Der USA-Plauder-Thread

Dieses Thema im Forum "USA Forum - Kanada Forum" wurde erstellt von Bluetenglanz, 4. Juni 2020.

  1. masi1157

    masi1157 Reisefuchsforum Legende

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    Ich sag dann mal was zum (Straßen-) Verkehr. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass man in Europa vieles zu Fuß, per Fahrrad oder per ÖPNV erreichen kann. Trotzdem fahren immer noch viel zu viele Leute auch kurze Strecken mit dem Auto. In den USA kann man sich mit wenigen Ausnahmen ohne Auto gar nicht bewegen, riesige Entfernungen selbst innerhalb von Städten und Einkaufszentren, keine Infrastruktur für ÖPNV, Radfahrer, Fußgänger. Dass dort eigentlich alles für Autos zugeschnitten ist, finde ich schlimm, und die riesigen Autos auch.

    Wie sie dann aber fahren, ist angenehm. Keine Raserei, alle gleich schnell (bzw. gleich langsam), auch Regeln wie 4-way stop finde ich gut. Wie dagegen in Deutschland gefahren wird, finde ich grauenhaft. U.a. deshalb fahre ich in Deutschland fast nie Auto und im Alltag sowieso nicht. Die Raserei und das Gedrängel auf Autobahnen finde ich unerträglich (ist das jetzt auch "deutschtümelnd"?).


    Gruß, Matthias
     
  2. Umi

    Umi Reisefuchsforum Legende

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    Hallo Mathias,

    du hast oben den Straßenverkehr angesprochen, da gebe ich dir (fast) komplett recht. Es ist bei uns richtig schön mit dem Fahrrad, gerade kurze Strecken, komplett zu fahren. Wir haben seit einem Jahr neue E-Bikes, habe nun schon über 3000 km damit gefahren, macht richtig Spaß, solange man sich auf Radwegen bewegt. Die neue Abstandsregelung von 2 Meter auf Landstraßen, bzw. 1,5 Meter innerhalb von Ortschaften, ist leider nur Makulatur.... Der ÖPNV innerhalb von Großstädten scheint auch super zu funktionieren, bei uns auf dem Land, ist noch viel Nachholbedarf....(ohne eigenes Auto kommt man fast nicht aus)

    Aber du findest in den USA gerade die riesigen Autos schlimm, ich als Autoliebhaber finde, "was wäre die USA ohne diese großen Karren", das passt doch dort hin, die Straßen, sind dafür ausgelegt, auch die Parkplätze sind groß genug, keine störenden Radfahrer, alles groß und weit...., aus rein ökologischer Sicht hast du natürlich recht, aber für "american way of life", gehört das dort hin. Ich denke, auf dem "highway no 1" in einem dicken SUV zu fahren, macht doch viel mehr Spaß, als in einem Golf :becky5:.

    Puh, das hatte ich noch nie gehört, da habe ich mich mal schlau gemacht.

    https://www.usa-wir-kommen.de/lebenundwohnen/autofahren-in-usa/4-way-stop.html

    Ich stelle mir das gerade mal vor, sollte diese Regelung mal bei uns eingeführt werden :kopfkratz:

    Gerade der Punkt 4, würde totales Kaos hervorrufen, wenn manche Zeitgenossen hier auf die Schnelle nicht mal rechts oder links unterscheiden können. Auf jeden Fall ist das ein tolles Mittel den Verkehrsfluss abrupt zum Erliegen zu bekommen :RpS_blushing: (m.M.)

    Aber, es gibt auch in anderen Ländern Verkehrsregeln, die aus unserer Sicht unverständlich wirken (ja ich schweife mal wieder ab, ich weiß auch, dass Kapstadt nicht in den USA liegt..., es pass m.M. nach nur gerade hier hin)

    Wir fuhren mit dem Bus aus Kapstadt herraus, von hinten näherte sich ein Einsatzfahrzeug (Sanitätsauto) mit Rundumleuchte und Martinshorn im Einsatz. Wir fuhren auf eine Kreuzung zu, die Ampeln standen auf rot. Alle hielten an, auch das Einsatzfahrzeug, direkt neben uns, das Martinshorn wurde ausgeschaltet, die Leuchten blinkten weiter, als die Ampel auf grün schaltete, ertönte wieder das Horn und die Einsatzfahrt ging weiter. :bigeek:

    Ich fragte den Reiseleiter, was DAS denn eben war, er sagte nur, "rot ist rot, das gilt für alle". :klugscheisser:

    Da stimme ich dir absolut zu und nein, das ist nicht "deutschtümelnd :RpS_smile:"


    Liebe Grüße

    Gerhard
     
  3. masi1157

    masi1157 Reisefuchsforum Legende

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    Moin!


    Klar, 4-way stop ist nur für Straßen mit wenig Verkehr geeignet, aber da klappt es gut und macht den Verkehr angenehm gemächlich. Und auch klar, nicht überall ist das Fahrradfahren einfach oder angenehm. Und schließlich auch klar, einen halbwegs vernünftigen ÖPNV wird es außerhalb von Ballungsgebieten nie geben.

    Ich bin nun allerdings ganz und gar keine Autoliebhaber. Für mich ist das einfach nur ein Fortbewegungsmittel, das ich nach Möglichkeit vermeide. Ich habe deshalb kein Auto (eigentlich fast nie gehabt) und komme ohne eins in Hamburg bestens klar. In Kleinkleckersdorf nicht, schon klar, aber u.a. deshalb wohne ich ja in Hamburg. Ich habe aber Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wo in den USA das möglich wäre. In NYC möchte ich nicht unbedingt radfahren müssen, aber der ÖPNV ist gut. In anderen Großstädten wie Los Angeles, Las Vegas oder Phoenix möchte ich weder radfahren, noch auf den ÖPNV angewiesen sein. In Denver oder San Francisco geht es vielleicht. An Boston und Philadelphia erinnere ich mich nicht mehr, sonst kenne ich keine Großstädte.

    Einmal hatten wir in USA ein Wohnmobil, das die "Compact" nannten. Es war eine vergleichsweise riesige Kiste (macht nichts, ich bin als Student genug LKW gefahren) mit einem blubbernden V6- oder V8-Benzinmotor und Automatik. Man hörte geradezu das Benzin durchgurgeln. Auf irgendeiner langweiligen Strecke habe ich mal im Kopf zusammengerechnet, wieviel wir für Benzin ausgegeben haben und wie weit wir gefahren sind, und ich kam auf 1$/Meile nur an Benzinkosten. Mal eben 20Meilen in die nächste Stadt und zurück, um dort etwas mehr und günstiger als im Campingladen einzukaufen, verbot sich ab da von selbst. Bei der nächsten Reise hatten wir dann einen Camper "Euro-Compact" (Format Mercedes-Sprinter) und kamen auf 0,5$/Meile, was angesichts des spottbilligen Benzins immer noch eine Menge ist. Zum Vergleich in Neuseeland waren wir bei 13,5NZ$/100km (das mag umrechnen wer mag, ich komme auf ca. 0,1$/Meile). Das war ein sparsamer Diesel und Diesel ist in NZ relativ billig, aber längst nicht so billig wie in USA.

    Und dann können die riesigen Schlitten mit ihren gurgelnden und blubbernden V8-Motoren noch so schön ins Land passen, mir wird angesichts der Abgasmenge und der Strecken, die die so fahren, regelrecht schlecht.


    Gruß, Matthias
     
  4. Umi

    Umi Reisefuchsforum Legende

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    Alles richtig, aber das ist doch gerade Amerika, groß, weit, laut, unvernünftig, über allem stehend........., ich habe nie gesagt, dass ich das alles liebe, aber, ich assoziiere damit eben die USA.

    Ich, der im Grunde ein sparsamer Mensch ist, würde es genau so wie dir ergehen, mir würde bei jeder Tankrechnung schlecht werden und aus rein ökologischer Sicht sowieso. Aber gerade da, beißt sich der Fuchs in den Schwanz, dann dürfte ich schon gar nicht aus reiner Freude mich in einen vierstrahligen Düsenjet setzen, über den großen Teich fliegen, um nur Urlaub zu machen, oder so wie ich es gerne mache, dann noch auf ein Kreuzfahrtschiff gehen........

    Mit Vernunft hat das alles natürlich nicht immer etwas zu tun, sondern mit Reisen, um Neues zu entdecken.


    Liebe Grüße, hoffe, dass das heutige Gewitter euch nicht sooo stark erwischt.

    Gerhard
     
  5. Bluetenglanz

    Bluetenglanz Reisefuchsforum Legende

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    Oh ja, USA und der Verkehr.. bei meinen ersten USA Besuchen, ich lebte immer 2-3 Monate bei meinem Exfreund in Lafayette, Indiana, war ich ohne Auto komplett ans Haus gebunden. "Downtown" gab es zwar einen Bus, aber "Uptown" war das höchste der Gefühle ein Schulbus. Monate lang war ich immer darauf angewiesen, dass mich jemand irgendwohin fährt und wieder abholt, weil ich kein Auto hatte (und sowieso nicht gerne fahre). Ich hab mich noch nie so "unfrei" in meinem Leben gefühlt.

    Bei meinem Aufenthalt in Vermont letztes Jahr gab es ein Bussystem, das wirklich viel abdeckte. Aber da erst mal durchzusteigen.. auf dem Fahrplan hatten die Haltestellen alle einen Namen, die Realität sah aber anders aus. Es gab an den Haltestellen immer ein winziges "Busstop"-Schild, manchmal einfach mitten im Busch (übertrieben ausgedrückt), ohne irgendeinen Namen daran befestigt. Im Bus wurde nichts angesagt. Auf meine Frage, ob der Busfahrer mir Bescheid sagen könnte, wenn Haltestelle xy kommt, hatte er nur Fragezeichen im Gesicht. Die würde er nicht kennen. Ja guter Mann, wenn nicht Sie, wer dann? :biggrin2:

    Public Transportation in NYC ist für mich auch ein Albtraum. Dass die Leute da bei gefühlten 50 Grad im Sommer in der Subway nicht reihenweise wegkippen, verwundert mich immer noch (vor allem beim Wechsel von der Wüste an den Nordpol, der in den Waggons herrscht). Schön ist auch, dass man oft keine Anschlussbahnen an der selben Haltestelle kriegt, sondern erst mal aussteigen und fünf Blocks laufen muss, um die Bahn zu wechseln.

    Ein SUV gehört für meine Freunde und mich in den USA bei einem Roadtrip aber dazu. Wo soll auch sonst das ganze Shopping untergebracht werden. ;)
     
  6. masi1157

    masi1157 Reisefuchsforum Legende

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    Heutzutage sind es ja meistens Zweistrahler. Und ob Du das darfst, musst Du mit Dir selber ausmachen. Wenn Du es Dir bewusst machst und es nicht unbedacht einfach so und "jede Woche" machst, ist doch schon viel gewonnen. Viele Autofahrer machen es sich aber nicht bewusst und fahren völlig unbedacht und selbstverständlich jede noch so kurze Strecke mit dem Auto. Und ich fürchte, das ist in den USA noch schlimmer und sogar weitgehend unvermeidlich.

    Ich war 1974 in Alabama (*), ich war 17, mein Bruder 14, die Söhne des Hauses 16 und 18. Da durfte man mit 16 autofahren, aber erst mit 21 Alkohol kaufen. Also fuhr die 20-jährige Nachbarin mal eben nach Florida rüber, ich glaube h+z 50Meilen, und kam mit einem Sixpack zurück. Ok, damals war Benzin noch billiger und das Öko-Bewusstsein war auch in Europa noch rudimentär, aber absurd fand ich es auch damals schon.


    Gruß, Matthias

    Edit: (*) in dem Jahr waren "Oh Georgia" von Little Feat und "Sweet home Alabama" von Lynyrd Skynyrd rausgekommen, rate mal, was es da 30x pro Tag im Radio gab!
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2020
  7. Umi

    Umi Reisefuchsforum Legende

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    :33::confused3:
     
  8. Bluetenglanz

    Bluetenglanz Reisefuchsforum Legende

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    :drink:
     
  9. Umi

    Umi Reisefuchsforum Legende

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    "Sweet home alabama", ich habe es mir eben angehört, klar, das hat man bei uns auch oft gehört.... sagte mir aber zuerst nichts, erst als ich es jetzt hörte.

    PS: Vom Gewitter scheinen wir verschont zu bleiben, nur noch 50% Regenwarscheinlichkeit im Südwesten :01:

    Liebe Grüße

    Gerhard
     
  10. masi1157

    masi1157 Reisefuchsforum Legende

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    Wir sind um 7:00 von einem Gewitter geweckt worden, das hatte ich auch noch nicht. Über den Tag immer wieder Regen, aber auch gartenliegentaugliche Sonne. Um 17:00 Wolkenbruch, danach bin ich zum einkaufen und zum Griechen geradelt, alles trocken. Während wir da saßen, war richtig was los, aber um 21:30 alles wieder harmlos und jetzt sitze ich trocken zuhause.

    Καληνυχτα,
    Mαθιάς

    PS: Das hat nun aber wirklich nix mit USA zu tun.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2020

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