Gorillas und Vulkane in der Demokratische Republik Kongo und in Ruanda - Reisebericht

Dieses Thema im Forum "Restliches Afrika Forum" wurde erstellt von Bandanar, 7. November 2016.

  1. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Auf gehts, wird wohl ein sehr sporadisches Update geben, aber wenn ich nicht irgendwann mal anfange, werde ich auch nie fertig :yes3:

    Reisebericht: Ruanda - Demokratische Republik Kongo

    1. Tag: Dresden - Leipzig - Istanbul - Kigali

    Los ging es mal wieder zeitig früh an einem Samstag Morgen. Mit Bus, Tram und Deutscher Bahn fuhren wir reichlich bepackt, denn diesmal war unsere Campingausrüstung dabei, in dreieinhalb Stunden von der Haustür bis zum Flughafen Leipzig.
    Unser erstes Flugziel war zunächst Istanbul, was wir pünktlich um 13:50 Uhr erreichten. Es folgten fünf nervend langweilige Stunden am Atatürk Airport. Wir überlegten kurz, doch zum Zeitvertreib bis Sultanahmet zu fahren - aber auf Handgepäck hektisch durch Istanbul schleppen hatten wir dann auch nicht so richtig Lust.
    Irgendwie mag ich diesen Flughafen nicht. Er platzt aus allen Nähten, es gibt relativ wenige Shops zum Zeitvertreib und die Preise im Food Court haben gefühlt auch erheblich angezogen. Ich entsinne mich, dass zumindest die Automaten-Softdrinks früher recht günstig waren - jetzt kosten auch da die kleinen Büchsen 3 Euro. Und wer kauft eigentlich Abfüll-Haribo für 6 Euro je 100 g ???? Immerhin konnte man gerade in den Duty Free Shops Lokum bis zum Umfallen kostenlos probieren. :RpS_thumbsup:
    Ziemlich genau 18:30 Uhr hoben wir erneut mit Turkish ab und erreichten nach sechseinhalb Stunden um 0:00 Uhr Ortszeit Kigali. Obwohl es nur eine 737 war, war der Flug recht angenehm. Der Sitzabstand war für Eco ganz akzeptabel, das Essen war ok und die Film- und Spieleauswahl reichlich.
    Obwohl wir ziemlich die Ersten an der Immigration waren, dauerte die Einreiseprozedur ziemlich lange. Wenigstens mussten wir dadurch an der Gepäckausgabe nicht nochmal warten, denn unsere Rucksäcke drehten bereits ihre Runden.
    Vor dem Terminal wartete geduldig unser Abholservice, welcher uns in wenigen Minuten zum Hotel "La Palisse" brachte. Hier gings dann recht flott, und nur kurze Zeit später schliefen wir bereits in einem der Bungalows.

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  2. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    2. Tag: Kigali - Akagera Nationalpark

    6:45 Uhr krähte der Hahn (nicht draußen, sondern in Form meines Weck-Klingeltons :RpS_biggrin:). Ich hatte bereits einige Monate zuvor einen Mietwagen reserviert und sowohl Hotel als auch Zustellzeit drei Tage zuvor nochmal rückbestätigen lassen, 7:30 Uhr sollte er kommen.
    Wir gingen erstmal zum Restaurant und bestellten unser Frühstück. Anscheinend waren wir die einzigen Gäste im Hotel - es war zumindest nur ein einziger Zweiertisch gedeckt und außer reichlich Personal war auch niemand weit und breit zu sehen.
    Wir warteten und warteten, und irgendwann kam tatsächlich Omlett und Obstteller. Allerdings war der Mietwagen nun schon eine geraume Zeit überfällig. Auch unter Beachtung der "african time" fanden wir es 8:15 Uhr dann doch mal an der Zeit den Vermieter anzurufen. Mit Hilfe des Rezeptionisten klappte das auch irgendwann. Man hatte Ort und Zeit vergessen, das Auto wäre aber fertig vorbereitet. Und tatsächlich, nur 20 Minuten nach dem Anruf wurde uns ein 10 Jahre alter Landcruiser, der eher nach einem Privatfahrzeug aussah, gebracht. Wir mussten weder Führerschein, noch Pass, noch sonst irgendetwas vorzeigen. Auch gab es keinen Mietvertrag. Ich musste nur die restlichen 50 % des Mietpreises zahlen und bekam die Autoschlüssel in die Hand gedrückt sowie eine Mobilfunknummer genannt, auf welche ich eine Whatts App Nachricht :uhoh3: schicken sollte, wann und wo der Wagen wieder abgeholt werden kann, und das wars. Für kurze Irritation sorgte, dass ich die 700 USD in 20 Dollar Noten bezahlte. Irgendwie wollte der Fahrer diese nicht haben und bestand auf mindestens 50ern. Ich behauptete standhaft, keine zu haben und irgendwann waren dann auch die 20er genehm.
    Zuerst fuhren wir nun ins Zentrum Kigalis zum Büro des Rwandian Development Board - der offiziellen Behörde zur Ausstellung der Gorilla - Permits. Diese hatte ich zusammen mit Permits zum Schimpansen Trekking im Nyungwe und einem Golden Monkey Permit sowie Mount Bisoke Hike bereits ein halbes Jahr zuvor reserviert und bezahlt.
    Wir nannten unsere Reservierungsnummer und unseren Namen. Die Nummer existierte zwar, allerdings unter dem Namen zweier Italiener. Das war nun ein Problem, um genau zu sein ein ziemlich großes Problem. Immerhin war Hauptsaison und Gorilla- sowie Schimpansen Permits sind in der Regel viele Monate im Voraus ausgebucht. Zunächst schaute der einzige anwesende Angestellte nun geduldig nach, ob wir auch wirklich schon Geld überwiesen hatten - hatten wir - und glücklicherweise tauchte dies auch in seinem System auf. Nun bekamen wir erstmal in aller Ruhe die Permits für die weniger gebuchten Golden Monkeys sowie den Mount Bisoke Hike einfach neu ausgestellt. Für die restlichen Genehmigungen sollten wir am morgigen Tag nochmal wiederkommen, wenn sein Chef da wäre, welcher die Reservierungen ins System einträgt. Wir erklärten, dass wir nun für drei Tage in den Akagera wollten. Kein Problem, sollten wir eben am Mittwoch kommen (um Gorilla Permits für Freitag zu bekommen). Das erschien uns keine gute Idee und wir erklärten ihm, dass wir das Büro erst verlassen, wenn wir Gorilla Permits auf unseren Namen in den Händen hätten. Nun kam er ins Schwitzen und rief seinen Chef an. Nach kurzem hin- und her war dessen Vorschlag, dass wir die Permits am Headquarter am Tag des Trekkings ausstellen lassen sollten. Das war erst recht keine Lösung. Wir beharrten auf unserem Standpunkt und stellten nochmal klar, dass wir immerhin 750,- USD pro Person alleine nur für die Gorilla Permits bezahlt hatten, und ohne Gorillas sowieso gar nicht erst nach Ruanda gekommen wären.
    Es folgten erneute Anrufversuche beim Chef - der gar nicht mehr abnahm. Die wartenden Touristen hinter uns hatten mittlerweile aufgegeben und waren gegangen und der Feierabend unseres Gegenüber um 12 Uhr zum Sonntag näherte sich. Irgendwann kam er dann schließlich auf die Idee, direkt bei den Nationalparkbüros vor Ort anzurufen. Erstaunlicherweise hatte er sofort bei den Schimpansen Erfolg. Exakt zu unseren gewünschten Daten gab es noch Permits. Es folgte der Anruf im Volcanoes Park und je länger er telefonierte, desto mehr strahlte er. Wir hatten tatsächlich das Gefühl, dass auch er sehr erleichtert war uns mitteilen zu können, dass auch zwei Gorilla Permits zufälligerweise an unseren gewünschten Daten frei wären. Keine Ahnung wieso das plötzlich doch so relativ problemlos möglich war. Ob das irgendwelche Sonderkontingente "für Notfälle" sind? Ob man Einheimische, die deutlich weniger zahlen müssen, umgebucht hatte? - uns wars in dem Moment egal. Punkt zwölf verließen wir mit allen Permits das Büro.
    Weiter gings noch in einen Supermarkt, wo wir uns für die nächsten Tage mit Verpflegung eindeckten, und schließlich machten wir uns nach kurzem Gepäck-Abhol-Stopp im "La Palisse" auf den Weg in den Akagera Nationalpark ganz im Osten des Landes. Ruanda ist ja nun nicht gerade für seine weiten Savannen bekannt, aber dieser kleiner Park an der Grenze zu Tansania beherbergt bis auf Nashörner immerhin die anderen vier der Big-5. Auch ist der Akagera für seine Vielfalt an Antilopen und die reichliche Vogelwelt bekannt.
    Zunächst ging es auf der gut asphaltierten Nationalstraße 3 bis Kabarondo.

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    Bereits kurz hinter Kigali bestand der hauptsächliche Verkehr nur noch aus langsamen LKW, Minibussen mit wahnsinnigen Fahrern und Transportfahrrädern, welche wahlweise mit Bananen oder Wasserkanistern überladen waren.

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    In Kabaronda bogen wir auf die gut begradigte Piste Richtung Nationalpark ab. Die Landschaft gefiel uns immer besser, kleine Dörfer, Bananenplantagen, der Kontrast von rötlicher Erde und blauem Himmel - nett und idyllisch anzusehen, zumindest so lange man hier nicht dauerhaft leben muss ...

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    Nach insgesamt hundert Kilometern und ungefähr zwei Stunden erreichten wir das Gate des Nationalparks, wo wir uns erstmal in ein großes Buch eintragen mussten.

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    Nächster Stopp war das Visitors Center.

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    Hier wurden wir mit 35,- USD pro Person und Tag, 7,- USD pro Tag fürs Auto und zweimal 30,- USD fürs Camping zur Kasse gebeten. Für die erste Nacht in der Akagera Lodge gabs glücklicherweise keine Extragebühr. Direkt hinter dem Visitors Center gibts ein kleines Cafe mit schönem Ausblick und einigen Schatten spendenden Bäumen inklusive bunten, zwitschernden Bewohnern.

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    Nach einer kurzen Erfrischung fuhren wir schließlich noch den einen Kilometer zur Game Lodge und bezogen unser Zimmer mit Blick auf Pool und den Lake Ihema in weiter Ferne.

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    (man beachte die Bettbreite und die nicht ganz passende Dimensionierung des Moskitonetzes :01:)

    Nach einer kurzen Pause machten wir uns 16:00 Uhr schließlich noch auf den Weg zu einem ersten Game-Drive im Nationalpark.

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    Da wir die Tiere eher in Wassernähe vermuteten, fuhren wir hinab zum See und versuchten dort unser Glück. Das Ergebnis war in den zwei verbleibenden Stunden bis Sonnenuntergang nicht umwerfend, aber auch nicht zu schlecht. Immerhin gab es neben zahlreichen Baboons,

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    einigen Antilopen,

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    einem Warzenschwein

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    und Perlhühnern

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    den ersten Vertreter der Big-5. Im dichten Papyrusdickicht versteckte sich ein Wasserbüffel.

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    Wieder zurück in der Lodge gabs noch ein kurzes kaltes Bad im Pool bei Sonnenuntergang.

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    Da Halbpension hier obligatorisch ist, schlugen wir uns schließlich noch den Bauch voll und beobachteten fasziniert das weit entfernte Buschfeuer.

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  3. Bluetenglanz

    Bluetenglanz Reisefuchsforum Legende

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    Schöne Bilder! Da reise ich gerne virtuell mit und freue mich umso mehr auf meine erste Afrika-Reise in gut zwei Monaten.
     
  4. marimari

    marimari Reisefuchsforum Mod

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    Vielen Dank für den Bericht:wandern:...freue mich auf die Gorillas
    Gruss M.
     
  5. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Gorillas dauern noch 4 Tage, kommen dann aber reichlich ...
     
  6. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    3. Tag: Akagera Nationalpark

    Pünktlich zum Sonnenaufgang 6:00 Uhr waren wir fertig für den ersten Game-Drive des Tages. Ziel war die Giraffe-Area. Leider machte dieser Teil des Parks seinem Namen keine Ehre. Es gab nicht nur keine Giraffen, sondern bis auf ein paar Paviane absolut gar nichts zu entdecken.

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    Lediglich die Landschaft war ganz hübsch anzusehen.

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    So waren wir auch recht schnell zurück in der Lodge und nach Frühstück und Check-out machten wir uns auf den Weg in den Norden des Akagera. Dieser hat eine durchaus beachtliche Süd-Nord, allerdings nur eine geringe Ost-West Ausdehnung. Um in den Norden zu gelangen, kann man entweder auf den Bergen im Westen oder entlang der Seen im Osten fahren. Wir entschieden uns für letzteres.

    Auch hier gab es bis auf einige Vögel erstmal nicht viel zu sehen.

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    Einen längeren Stopp machten wir an der Lake Shakana Campsite, wo es auch gestattet ist das Auto zu verlassen.

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    Eigentlich wollten wir die übernächste Nacht hier verbringen. Die Lage war auch richtig schön, aber völlig allein, ohne jeden Zaun und direkt am Wasser - das gefiel uns dann doch nicht so richtig. Mussten wir auch erstmal noch nicht entscheiden. Am See gabs ein paar Baboons und in weiter Entfernung konnte man Hippos erahnen.


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    Weiter gings, und wir trafen auf das erste und einzige Auto, dass uns heute begegnete. Es hielt am Rand, was bedeutete, da gibts was zu sehen. Und tatsächlich, ein Adler saß ganz fotogen im Baum.

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    Als wir weiter fahren wollten und den Insassen des anderen Wagens kurz winkten, fuchtelten diese wie verrückt mit den Armen - direkt auf dem Weg, welchen wir einschlagen wollten, kam uns ein Elefant entgegen, welchen wir ganz übersehen hatten.

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    Nun hieß es Geduld bewahren. Ungefähr eine halbe Stunde fuhren wir langsam rückwärts und der Elefant trottete uns gemächlich hinterher. Glücklicherweise bog er irgendwann mal ins Unterholz ab und der Weg war frei.

    Diejenigen, welche wir getroffen hatten, kannten zufälligerweise den Besitzer unseres Mietwagens und leiteten uns netterweise ein Foto der Aktion weiter.

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    Nun ging es weiter nach Norden, immer an den Seen entlang, und wann immer es einen kleinen oder größeren Abzweig gab, nutzten wir diesen. Je weiter wir fuhren, desto mehr Tiere sahen wir: Hippos, verschiedene Antilopen, Krokodile und natürlich Affen.

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  7. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Gegen 13 Uhr bogen wir schließlich erstmal nach Westen in Richtung Berge, zur Mutumba Campsite, ab. Diesen Platz hatten wir für die heutige Nacht angedacht. Entlang des Wegs gabs auch hier reichlich Tiere, wie Giraffen, Zebras, Topis, Elen Antilopen, ...

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    Die Campsite war sehr, sehr einfach, aber zumindest von einem Zaun umgeben.

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    Es gab ein Toiletten und Duschhäuschen ohne Wasser, eine Pumpe, mit welcher man gespeichertes Regenwasser zu Tage fördern konnte, einen kleinen Pavillion, und sonst nichts.

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    Die herrliche Aussicht in alle Richtungen machte das aber wieder wett. Da wir unser Zelt hier nicht alleine stehen lassen wollten, fuhren wir für den Rest des Tages nochmal Richtung Seen und beobachteten dort die Tierwelt, welche vorwiegend aus Büffeln und Hippos bestand.

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    Richtig nervig waren allerdings die zahlreichen Tse-Tse-Fliegen, welche sich in unserem Auto sehr heimisch fühlten. Zwar waren überall im Park Fliegenfallen aufgestellt, aber es gab einfach zu viele von den Plagegeistern.

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    Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir schließlich wieder die Campsite und schlugen unser Zelt auf.

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    In Ermangelung eines Feuers, Kochers oder ähnlichem gab es zum Abendessen Mais, Kichererbsen und Rote Bohnen in Tomatensoße kalt aus der Dose und etwas Toastbrot - irgendwo muss man ja sparen :D

    Leider funktionierte das Auto nicht wirklich so gut als Windschutz, wie ich es gehofft hatte. Das hatte zur Folge, das wir eine ziemlich schlaflose, kalte, windige Nacht im Zelt zu verbringen hatten.
     
  8. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    4. Tag: Akagera Nationalpark

    Eigentlich gibts zum heutigen Tag nicht viel zu schreiben. Pünktlich zum Sonnenaufgang war das Zelt abgebaut und wir unterwegs zum Ganztages - Game Drive. Da es im Süden des Parks deutlich weniger Tiere gab, hatten wir den Plan verworfen die nächste Nacht am Lake Shakana zu campen und würden lieber noch eine weitere Nacht auf der Mutumba Campsite verbringen.

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    Somit verbrachten wir den ganzen Tag im abgelegenen nördlichen und nordöstlichen Teil des Parks. Highlights waren die vielen Tiere auf und ringsum der Kilalaebene,

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    die weiten Papyrusflächen ganz im Norden am Akagera River, der Grenze zu Tansania,

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    ein schöner Aussichtspunkt in der Gihinga area,

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    Hippo Beach - der seinem Namen alle Ehre machte,

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    und am späten Nachmittag noch eine große Elefantenherde am See Rwanyakazinga.

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    Auch während der holprigen Rückfahrt hinauf nach Mutumba gabs noch einige kleine und große Parkbewohner zu sehen.

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    Den ganzen Tag über hatten wir insgesamt zwei weitere Fahrzeuge getroffen und auf der Campsite waren wir auch diese Nacht wieder allein. Da es diesmal nicht ganz so windig war, konnten wir nach dem Sonnenuntergang

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    sogar auch noch eine ganze Weile den Geräuschen der Nacht lauschen.

    Das war es nun auch schon mit Safari auf dieser Afrikareise. Ab dem morgigen Tag sollte es in die Berg- und Regenwaldregionen Ruandas und der DRK weiter gehen.

    Alles in allem hat es uns im Akagera sehr gut gefallen: nahezu keine Touristen, angenehm zu befahrende Pisten, und auch mit den Tiersichtungen waren wir zufrieden. Wir hatten nicht erwartet einen der neun Löwen des Parks zu sehen. Allerdings wäre ein Schuhschnabel im Papyrus schon schön gewesen. :33:

    In Zukunft sollen übrigens auch wieder Nashörner angesiedelt werden. Dann kann sich der Akagera Big-5 Park nennen.
     
  9. naturefriend

    naturefriend Reisefuchsforum Mod

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    Wie immer ein toller Reisebericht von dir. Was mich persönlich interessieren würde, wäre eine Übersichtskarte der Reiseroute.

    lg nf
     
  10. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Ja, kein Problem, hier ist eine schnell zusammengezimmerte Karte:

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    Kitakinki und naturefriend gefällt das.
  11. naturefriend

    naturefriend Reisefuchsforum Mod

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    Danke dir, jetzt kann ich mir das besser vorstellen.
     
  12. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    5. Tag: Akagera Nationalpark - Musanze (Ruhengeri)

    Heute lag die längste Etappe der Reise vor uns: ca. 250 km von der Mutumba Campsite zurück nach Kigali und weiter bis Musanze/Ruhengeri - unserem Ausgangspunkt für die bevorstehenden Touren im Volcanoes National Park. Entsprechend zeitig, kurz nach Sonnenaufgang,

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    wurde das Zelt zusammen geräumt und wir wählten wieder den Weg entlang der Seen zurück zum Visitors Center.

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    Hier stoppten wir an der Cafeteria für ein kurzes Frühstück, begleitet mit etwas bird-watching. Unser Auto wurde in der Zwischenzeit ebenfalls ausgiebig inspiziert.

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    Gegen 10 Uhr kehrten wir dem Akagera schließlich endgültig den Rücken und fuhren Richtung Kigali. Erneut gabs das gleiche Bild auf der Straße: viele Fahrräder und kaum Autos

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    zumindest bis kurz vor der Hauptstadt.

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    Dank Tracks4Africa war aber auch die Durchfahrt durchs belebte Zentrum Kigalis sehr entspannend und kurz nach Mittag hatten wir die Stadt schon hinter uns gelassen. Die Landschaft wandelte sich nun zusehends. Endlos schlängelten wir uns nach oben - Land der 1000 Hügel ist wohl bei weitem untertrieben.

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    Entlang des Weges wurde auch schon unsere Vorfreude auf die bevorstehenden Ereignisse geweckt. Hin- und wieder standen Statuen von Berggorilla - Familien am Straßenrand. Bei der Amahoro Gruppe, welche wir 2008 besucht hatten, war natürlich ein Fotostopp Pflicht.

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    Außerdem wurde auch das bevorstehende Großereignis Kwita Izina auf zahlreichen Bannern angekündigt.

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    Am 2. September (dem Tag unseres Berggorilla Trekkings) würde der Staatspräsident nach Kinigi, wo sich das Hauptquartier und der Ausgangspunkt aller Touren in den Park befindet, kommen, um am Namensgebungsfestival der in diesem Jahr neu geborenen Berggorillas teilzunehmen. Wir waren gespannt, ob wir davon irgendetwas mitbekommen würden.

    Die Fahrt durch die Berge war angenehm entspannend, perfekte Straßen und kaum Verkehr. Nur vor den wahnwitzig rasenden Fahrradfahrern, welche vollkommen überladen die Abfahrten herunter sausten musste man auf der Hut sein.

    Einen kurzen Zwischenstopp legten wir an einem kleinen Markt ein um uns mit Bananen, Tomaten und Passionsfrüchten einzudecken. Selbst mit dem Mzungu - Aufschlag, den wir sicher bezahlt haben, war das noch sehr sehr günstig.

    Gegen 15 Uhr erreichten wir schließlich Musanze und sahen gleich bei der Einfahrt in den Ort am Horizont unser Ziel für den morgigen Tag, den Vulkan Bisoke.

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    Jetzt gings aber erst mal zum gebuchten Hotel "The Garden Place" im Zentrum der Stadt.

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    Alle Unterkünfte näher am Park waren aufgrund des Festivals entweder ausgebucht oder aberwitzig überteuert. Die Wahl eines Stadthotels war aber gar nicht schlecht, so konnte man an den "freien Nachmittagen" noch etwas unternehmen. Wir machten uns kurz frisch und begaben uns zu Fuß ins geschäftige Zentrum.

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    Hier gab es unzählige kleine Läden die so ziemlich alles durcheinander verkauften - nett anzusehen, aber irgendwie wäre uns ein richtiger Supermarkt lieber gewesen. Den gabs aber leider nirgendwo in der immerhin drittgrößten Stadt des Landes.
    Wir hörten von außen kurz dem Gesang in einer Kirche zu,

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    suchten ein paar Orte auf, an welchen wir schon sechs Jahre zuvor waren, wie hier das Hotel und Restaurant Muhabura,

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    und ließen uns vom Vulkanpanorama beeindrucken.

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    Schließlich schlenderten wir noch über den zentralen Markt der Stadt

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    bis wir bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück im Hotel waren. Wir stiegen um ins Auto und fuhren zum Abendessen zur Volcano Lodge, wo es leckere Pizza, Salat und ein paar Mützig Bier gab. Gegen 21 Uhr waren wir schließlich wieder im Hotel, packten unseren Rucksack für die morgige Vulkanbesteigung, und schliefen endlich wieder in einem richtigen Bett.
     
  13. Bluetenglanz

    Bluetenglanz Reisefuchsforum Legende

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    Das Foto mit dem Vulkan und dem kleinen Bächlein ist wirklich postkartenreif. Einfach schön!
     
  14. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    6. Tag: Volcanoes National Park, Mount Bisoke Trekking

    Zum Einstieg in eine Vielzahl von Trekkingtouren die noch folgen sollten, hatten wir uns gleich mal den Aufstieg zum Kratersee des Mount Bisoke herausgesucht.

    Das hieß zunächst erst mal 5:30 Uhr aufstehen und das Personal im Frühstücksraum auf Trapp bringen :biggrin2:

    6:20 Uhr fuhren wir zum Headquarter des Volcanoes National Park in Kinigi um pünktlich zur morgendlichen Registrierung da zu sein.

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    Gegen sieben Uhr versammeln sich hier sämtliche Touristen, Fahrer und Guides. Während die Permits geprüft werden und die Einteilung in die einzelnen Trekkinggruppen stattfindet, warten alle Touris bei wärmendem Tee und Kaffee unter einem Pavillon und werden mit einer Trommel- und Tanzvorführung bei Laune gehalten.

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    Als Selbstfahrer waren wir hier, neben einer italienischen Familie, die ebenfalls im Mietwagen unterwegs war, die ziemliche Ausnahme. Man achtete darauf, dass wir, unbegleitet wie wir waren, auch brav am Sammelplatz für den Bisoke Hike auf unser Briefing warteten. Insgesamt wollten außer uns heute noch neun weitere Touristen auf den Vulkan. Unser Guide, Bosco, bereitete uns kurz auf das vor, was uns erwarten sollte: 1100 Höhenmeter (von 2610m auf 3711 m) in ca. 4.8 km Länge, also ziemlich steil. Oben würde es kalt werden (ca. 5 Grad) und während des Abstiegs gegen Mittag dann wahrscheinlich regnen. :uhoh3:

    Nach einer folgenden kurzen Sicherheitsunterweisung gesellte sich Bosco schließlich mit zu uns ins Auto und wies die Italiener an uns bis zum Startpunkt der Wanderung hinterher zu fahren. Die Asphaltstraße wandelte sich nach wenigen Kilometern in eine staubige Piste und schließlich waren wir auf extrem holprigen Lavageröll unterwegs. Nach einigen hundert Metern hatten wir die Italiener aus dem Rückspiegel verloren und hielten an. Bosco lief zurück und teilte uns mit, dass ein Reifen die Tortour nicht mitgemacht hatten. Da ließ sich auf die Schnelle nichts machen. Ihr Auto blieb samt einem Dorfbewohner, der spontan für einige Dollar als Wächter abgestellt wurde, erst mal wo es war und wir fuhren nun zu siebent mit unserem Gefährt weiter. Zum Glück war es nicht mehr allzu weit zum Parkplatz. Dort angekommen, wartete neben einer vierköpfigen bewaffneten Begleitung (zwei Ranger des Parks und zwei Militärs) auch schon eine ganze Horde an Trägern. Wir hatten allerdings nur einen kleinen Rucksack und verzichteten auf deren Hilfe. Und nun gings los, stetig bergan, das Ziel vor Augen,

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    zunächst durchs Dorf und vorbei an vielen Feldern unter dem ständigen Rufen der Kinder, wahlweise "Mzungu", "Hello, hello" oder seltener "Money, money",

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    bis zur Mauer, welche die Grenze des Nationalparks markiert.

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    Weiter ging es nun durch dichten, sehr abwechslungsreichen Bergregenwald

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    und endloses grünes Gestrüpp,

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    bis wir einen Rastplatz erreichten, welchen auch Dian Fossey früher häufig genutzt haben soll. Hier gabelte sich der Weg, einmal zu deren Grab und einmal weiter nach oben zum Gipfel des Vulkans.

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    Der staubige, steile Pfad war nun von einer Vegetation gesäumt, wie ich sie noch nirgends gesehen habe.

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    Besonders die Riesenlobelien waren beeindruckend.

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    Je höher es ging, desto steiler und schweißtreibender wurde es. Mittlerweile hatte sich die Gruppe ziemlich aufgeteilt. Nur die Einheimischen, egal ob Militär, Träger oder Guide zeigten keine Anzeichen von Müdigkeit.

    Nach 2,5 anstrengenden Stunden erreichten wir schließlich zugleich frierend und durchschwitzt den Kratersee,

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    welcher auch die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo markiert.

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    Hier gab es nun 45 Minuten Pause, um dann hoffentlich rechtzeitig vor dem Regen, wieder abzusteigen. Wir spazierten etwas umher, machten Fotos vom See und den umliegenden Gipfeln, hier zu sehen ist der Mount Karisimbi, welcher noch einige hundert Meter höher liegt,

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    und schon war es wieder an der Zeit für den Abstieg.

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    Am Horizont zogen zwar schon dunkle Wolken auf, aber diese sollten uns glücklicherweise unbehelligt lassen. Das stetige abwärts kraxeln war schon bei trockenen Bedingungen nicht wirklich schön, aber dafür immerhin deutlich weniger anstrengend, so dass wir nach weiteren zwei Stunden wieder den Ausgangspunkt erreichten.

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    Hier wurde schließlich Trinkgeld verteilt und der Trupp löste sich auf. Die Italiener wurden zu ihrem Auto gebracht (irgendwer hatte sich erstaunlicherweise schon um den Reifenwechsel gekümmert) und wir nahmen Bosco mit nach Musanze.

    Am Hotel angekommen machten wir uns erst mal frisch und ich hatte die glorreiche Idee unserem Auto auch eine Säuberung zukommen zu lassen :clap2:. Speziell das Innere war noch extrem verdreckt durch den Staub des Akagera. In drei Tagen mussten wir das Auto ja zwischenzeitlich wieder abgeben und außerdem war es nervig, dass es einfach unmöglich war nach einer Autofahrt nicht verdreckt wieder auszusteigen. Als ich an der Rezeption nach einem Lappen und einem Eimer mit Wasser gefragt habe, hat das zunächst für ungläubige Blicke und dann für ziemliche Belustigung gesorgt :RpS_lol:. Es ging natürlich kein Weg rein das Auto selbst zu säubern. Dafür waren schließlich Hotelangestellte da, die das für ein Trinkgeld erledigen würden. So fügten wir uns, gaben den Autoschlüssel in die Hände des Gärtners, welcher der Auserwählte für die Putzaktion war, und nutzten die Zeit lieber für einen weiteren Stadtbummel. Drei Stunden später kamen wir wieder zurück, und auch die Autoreinigung näherte sich dem Ende. Da ich keine richtige Idee für ein angemessenes Trinkgeld hatte, fragte ich einfach mal an der Rezeption. Man empfohl mir zwei Dollar zu geben. Wir legten noch einen drauf, und der Gärtner strahlte.

    Schließlich bestiegen wir gleich das wirklich penibel geputzte Auto und fuhren zum Restaurant "La Paillotte", wo wir heute Avocadosalat und einen riesigen Berg Nudeln zum Abendessen wählten.
     
  15. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    7. Tag: Volcanoes National Park, Gorilla Trekking

    Der Tag startete wie der gestrige, nur das heute statt ein Vulkan, Berggorillas auf uns warteten. Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst wieder die 12 km bis Kinigi. Da heute 9:00 Uhr das große Festival zur Namensgebung der neu geborenen Gorillas beginnen sollte, wozu sich auch der Präsident angekündigt hatte, starteten wir etwas eher. Und das war eine gute Entscheidung. Brauchten wir am Vortag ungefähr 20 Minuten, so waren wir heute fast eine Stunde unterwegs. Von überall strömten Menschen, vorwiegend zu Fuß, teils auch in restlos überfüllten Fahrzeugen aller Art Richtung Festplatz, der sich direkt neben dem Park Headquarter befand. Auf der Strecke waren heute außerdem mehrere Checkpoints von Militär und Polizei eingerichtet.

    Mit einer kleinen Verspätung kamen wir dennoch fast als erste zum check-in für das Gorilla Trekking an. Unsere Permits wurden geprüft, und wir sollten uns erstmal wieder mit Kaffee und Tee der Tanzvorführung widmen, während die Ranger die Gruppeneinteilungen vornahmen.

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    Nach ungefähr einer halben Stunde holte uns unser heutiger Guide, Francois, ab und führte uns zum Briefing-Point für die Isabakuru Gorillafamilie. Wie erwartet und maximal zulässig waren wir zu acht. Uns wurde zunächst der Ablauf des Gorillatrekkings erklärt und auf einige Verhaltensregeln, wie den Mindestabstand von sieben Metern zu den Tieren, hingewiesen.

    Anschließend verteilten wir uns wieder in die Autos, der Guide kam mit uns, und wie schon am Tag zuvor, fuhren wir ca. 30 Minuten bis zum Startpunkt der Wanderung. Glücklicherweise mussten wir diesmal nicht über die Geröllpiste.

    Von hier ging es wieder zunächst durchs Dorf, dann die hügeligen Felder hinauf bis hin zur Nationalparksgrenze.

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    Francois war ein sehr erfahrener Guide. Er war einer der Träger von Dian Fossey und auch danach bereits seit den ersten Anfängen des Gorillatourismus im Nationalpark beschäftigt. So war es ein Leichtes für ihn, einige Chamäleons am Wegesrand zu finden, welche uns ansonsten wohl schwerlich aufgefallen wären.

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    Etwas seltsam war hingegen, wie er uns das Verhalten der Gorillas etwas näherbringen wollte. So biss er einmal in einen Baumstamm und riss mit seinen Zähnen die Rinde ab um zu demonstrieren, wie die Gorillas das tun. Seine Nachahmungen verschiedener Grunzgeräusche waren auch etwas gewöhnungsbedürftig sorgten aber für allgemeine Belustigung bei der ganzen Gruppe, einschließlich Träger.

    Es ging deutlich entspannter durch den Wald als am Vortag. Nach einigen Kilometern stoppte uns Francois und deutete nach hinten. Ungefähr 50 Meter hinter uns sahen wir einen Gorilla, nur wenige Meter neben dem Weg sitzend, auf welchem wir gerade gekommen waren.

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    Allerdings gehörte dieser nicht zur Isabakuru Gruppe, so dass wir nicht länger verweilen durften. Ungefähr einen Kilometer später trafen wir schließlich auf "unsere" Tracker, welche Tag und Nacht im Wald bleiben um der jeweiligen Gorillafamilie zu folgen. Hier wurden die Rucksäcke abgelegt und 50 Meter weiter standen wir inmitten der Isabukuru Gruppe. Momentan hatte diese zwei Silberrücken, vier Babies und bestand insgesamt aus über 20 Tieren.

    Was nun folgte war eine extrem teure aber unglaublich schöne und eindrucksvolle Stunde, die leider viel zu kurz war. Wir waren mittendrin in der Gorillagruppe und wussten gar nicht so recht, was wir beobachten sollten. Eine Mutter kümmerte sich um ihren Nachwuchs, zwei kleine Gorillas spielten und kletterten, einige der Tiere fraßen und andere lagen einfach nur sehr träge herum - überall gabs was zu sehn. Wir versuchten uns an den Mindestabstand zu halten, aber teilweise kamen die Gorillas von selbst bis auf einen Meter heran - dann wurden sie von den Rangern meist durch Grunzgeräusche "zurückgepfiffen", was erstaunlich gut klappte.

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    Wie gesagt, die Stunde war viel zu schnell vorbei und dann hieß es auch schon wieder: zurück zum Auto. Glücklicherweise hatten wir ja noch zwei weitere Gorillatouren im Kongo vor uns.

    Auf der Rückfahrt zum Headquarter legten wir einen Stopp in einer Art "Souvenirdorf" ein, wo wir unter anderem einen Holzgorilla kauften: ca. 9 kg schwer und mit den Ausmaßen von ungefähr eineinhalb Wassereimern. Zusammen mit unserem Campinggepäck waren damit für die folgenden zwei Wochen unsere Rucksäcke bis zum Bersten gefüllt.

    Zurück in Kinigi war die Namensgebung leider schon vorbei, der Präsident schon verschwunden und die Schaulustigen bereits auf dem Rückweg. Nur das überdimensionale Holztor in Gorillaform deutete noch auf das Ereignis hin.

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    Im Hotel angekommen machten wir uns kurz frisch, schrieben einige Postkarten, und dann drehten wir einmal mehr eine Runde durch Musanze, welche erst ziemlich spät bei Pizza und einigen Mützig im "La Pailotte" endete.
     
  16. marimari

    marimari Reisefuchsforum Mod

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    17. Januar 2011
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    Hallo,
    Danke sehr - Gorilla-Trekking ist schon was Feines - habt ihr 1800 Dollar für 3 Permits bezahlt oder gab es Massenrabatt?:01::rolleyes1:
    LG, M.
     
  17. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Das Gorillapermit in Ruanda lag/liegt bei 750,- p.P. (soll auf 1000,- erhöht werden) Einheimische bezahlen übrigens 50,- USD - haben aber kaum Interesse.
    Die beiden noch folgenden Gorilla Touren waren dann im Kongo mit je 400,- sozusagen ein Schnäppchen.

    + permits für: Golden Monkeys, Bisoke, 2xSchimpansen, diverse Hikes im Nyungwe, Nyiragongo :RpS_crying:
     
  18. Bluetenglanz

    Bluetenglanz Reisefuchsforum Legende

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    612
    Wunderbar! So wunderschöne Bilder.. ich glaube, das muss ich noch meiner Bucketlist hinzufügen. Schön, dass ihr so eine tolle und friedvolle Begegnung hattet.
     
  19. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    8. Tag: Volcanoes National Park, Golden Monkeys - Gisenyi

    Ein letztes Mal fuhren wir zum Park Headquarter. Für heute hatten wir Permits zum Golden Monkey Trekking. Der Ablauf glich sich den Vortagen: Registrierung, Tanzvorstellung, Briefing und schließlich gings zusammen mit dem Guide per Auto zum Startpunkt.

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    Einmal mehr starteten wir in einem kleinen Dorf, liefen die Felder hinauf, entdeckten diesmal selbst ein Chamäleon,

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    und waren diesmal bereits an der Nationalparkgrenze am Ziel. Die Golden Monkeys halten sich in dieser Jahreszeit vorwiegend zwischen Park und Felder auf. Glücklicherweise leben die Tiere in großen Gemeinschaften, so dass sich unsere 16-köpfige Touristengruppe recht gut verteilte. Eine Stunde hatten wir nun Zeit um die Affen, vorwiegend beim Fressen, zu beobachten.

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    Ist natürlich nicht mit den Gorillas zu vergleichen, war aber auch eine schöne Tour.

    Aufgrund der kurzen Wanderung waren wir letztendlich schon 11 Uhr wieder zurück im Hotel. Die nächste Amtshandlung war nun ein Anruf bei unserem Tour Operator für die morgen beginnende Tour in der Demokratischen Republik Kongo. Dafür lieh ich mir das Mobiltelefon vom Rezeptionisten des Hotels aus. Ich wurde zunächst vom kongolesischen Büro auf eine ruandische Nummer verwiesen. Das Telefon ordnete diese Nummer lustigerweise einem bereits gespeicherten Kontakt zu und es stellte sich heraus, dass Amani Safaris (Kongo), bei denen wir gebucht hatten, mit Amahoro Tours (Ruanda) zusammenarbeitet und diese ein Büro in Musanze haben. Und hier kannte man sich natürlich untereinander. Das war ganz praktisch. Wir machten uns auf den Weg zum Büro um persönlich alle verbliebenen Fragen zu klären und auch die Restzahlung gleich noch hier vornehmen. Hätten wir das eher gewusst, hätten wir uns eine recht umständliche E-mail Kommunikation in den Vortagen sparen können. :cool5:

    Nachdem alles geklärt war, machten wir uns schließlich auf den Weg nach Gisenyi, an der Grenze zum Kongo. Die Fahrt war ziemlich ereignislos. Nach ungefähr eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich unsere gebuchte Unterkunft "The Water Front Hotel", welche wenige Kilometer südlich des Stadtzentrums direkt am Kivusee gelegen ist.

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    Hier taten wir nun fast den gesamten Nachmittag etwas für uns sehr untypisches: nämlich nichts :smilewinkgrin3:. Wir setzten uns an einen "Strandschirm" und beobachteten die Vogelwelt sowie das menschliche Treiben, in Form von Fischen, Baden und Waschen am und auf dem See.

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    Nachdem dann irgendwann unser Mietwagen abgeholt wurde und auch unser Guide David, welcher an den nächsten Tagen im Kongo für uns zuständig sein sollte, für ein kurzes "Hallo" vorbeigekommen war, mussten wir allerdings doch nochmal raus aus dem Hotel um uns nochmal die Beine zu vertreten. So liefen wir die Straße am See entlang durch das angrenzende Dorf bis zu einem kleinen Containerhafen und schließlich wieder zurück. Viele Touristen scheinen hier wohl nicht unterwegs zu sein. Zumindest wurden wir die ganze Zeit recht neugierig beäugt und freundlich gegrüßt.

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    Am Abend vertilgten wir schließlich noch unsere verbliebenen Essensreste und packten unser Gepäck so gut es ging noch etwas kompakter zusammen um an den folgenden Tagen dessen Transport etwas zu vereinfachen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich den voluminösen und schwergewichtigen Holzgorilla verfluchen können :tongue5:
     
  20. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    9. Tag: Gisenyi - Goma - Bukima


    Zeitig aufstehen war ja nun mittlerweile zur Gewohnheit geworden und so begann auch unser heutiger Tag unnötigerweise schon um 6:00 Uhr. Kurz vor der Kongo Tour war ich nun doch etwas nervös. Ich lese schon seit Jahren die News auf kongo-kinshasa.de. Und teilweise ist das schon ziemlich haarsträubend. Auch wenn man die Reisewarnung auf der Seite des Auswärtigen Amts liest, könnte man meinen, dass man zumindest überfallen, angeschossen oder anderweitig malträtiert wird. Und sollte das nicht eintreffen, dann erwischt einen irgendein Hämorrhagisches Fieber oder ähnliches. Allerdings waren aktuelle, subjektive Reiseerlebnisse überwiegend positiv, und Flachlandgorillas sowie den Nyiragongo gibts nunmal sowieso nicht in sicherer erscheinenden Gegenden. Außerdem wollte ich endlich die DRC auf meiner Rubbel-Weltkarte im Büro freilegen :RpS_biggrin: - diese Argumente reichten uns auf der "pro - Seite".

    Erstmal gabs nun aber ein entspanntes Frühstück direkt am Kivu-See, ehe pünktlich 8:30 Uhr unser Guide David im Taxi vorfuhr um mit uns zur 15 Minuten entfernten Grenze zu fahren. Hier gab es nun die erste Überraschung. Wir hatten einen sehr chaotischen Grenzübergang erwartet, aber es war absolut nichts los. Wahrscheinlich lag es einfach daran, das Sonntag war. Zuerst gabs ohne jede Wartezeit den Ausreisestempel auf der Ruanda Seite, dann gings weiter zur Kongo - Einreise. Hier gaben wir die Pässe ab und David legte unsere "Virunga - Visa" Anträge dazu. Ehe es den EInreisestempel gab, mussten wir allerdings noch unsere Gelbfieberimpfung nachweisen und unsere Körpertemperatur wurde gemessen. Alles war ok - Stempel in den Pass - fertig. Das hatte insgesamt keine 15 Minuten gedauert.

    Auf der Kongo Seite wartete nun bereits ein Auto mit Fahrer auf uns und los ging es Richtung Goma Zentrum. Da man im Kongo offiziell eine Fotogenehmigung braucht, sollten wir zumindest in der Stadt Bilder nur aus dem Auto heraus machen und tunlichst vermeiden, dass dies irgendein Uniformierter und/oder Bewaffneter bemerkt.

    Goma hat schon ziemlich viele Katastrophen erlebt. Von zahlreichen kleineren und größeren bewaffneten Auseinandersetzungen (zuletzt 2013 als Rebellen der M23 Bewegung kurzzeitig die Stadt eroberten) bis zum verheerenden Vulkanausbruch 2002, welcher hunderttausende Menschen in die Flucht schlug und große Teile der Stadt verwüstete. Richtig erholt hat sich Goma davon anscheinend nie. Solch geballte Armut haben wir bisher selten gesehen. Und auch die zahlreichen, schwer bewachten UN Camps mehrerer Nationen des MONUSCO Einsatzes verbesserten das Gesamtbild nicht wirklich.

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    Unseren ersten Stopp legten wir am Büro der Nationalparkverwaltung in der Stadt ein. Hier mussten wir erst mal eine halbe Stunde auf unser Begleitfahrzeug warten, welches die erste Etappe mit uns kommen sollte.

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    Weiter ging es, vorbei am Flughafen und den bereits erwähnten Militärlagern, immer der Nationalstraße 2 folgend, bis zu einer Schranke am Stadtrand. Hier wurde erst mal Straßengebühr kassiert. In welche Tasche diese auch immer wandert, zum Straßenbau wird sie definitiv nicht verwendet.

    Die Hütten am Straßenrand wurden nun weniger, Menschen waren dennoch recht zahlreich unterwegs.

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    Aller einiger Kilometer hausten meist zwei bis drei Bewaffnete in einfachen Verschlägen direkt an der Straße. Wir erfuhren, dass dies kongolesisches Militär wäre, welches der Sicherheit der Straße dienen würde - nunja. Was ebenfalls auffiel, waren die extrem vielen liegengebliebenen LKW entlang der gesamten Route. Einige sahen wir auf der Rückfahrt einige Tage später dann ein zweites Mal noch immer an gleicher Stelle.

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    Die Fahrt endete zunächst an der Kibati Ranger Station, dem Startpunkt der Nyiragongo Besteigung.

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    Unsere Begleiter im anderen Fahrzeug wollte nur bis hierher und wir durften alleine nicht weiter fahren. Zwar starteten gerade einige Geländewagen, beladen mit Touristen, welche vom Vulkan kamen, aber keiner wollte in unsere Richtung. Somit mussten wir nun zwei Stunden warten, bis eines der Autos zurück nach Goma gefahren war, dort einige Personen auslud und schließlich mit einem einzelnen Touristen wieder zurück kam. Immerhin gabs während dessen zwei Chamäleons im Baum, unter welchem wir parkten zu beobachten.

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    Weiter ging es nun durch Feld, Wald und hin und wieder mal eine Ortschaft fast direkt bis zu unserem Ziel.

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    Kurz zuvor erwischte es unser Begleitfahrzeug mit einer Reifenpanne, was aufgrund der immer schlechter werdenden Straßen auch nicht verwunderlich war.

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    Aber anscheinend geschieht dies so häufig, dass man geübt im Reifenwechsel ist, so dass dieser sehr schnell von statten ging. Weiter ging das letzte Stück der Fahrt durch eine schön anzusehende Landschaft mit weiten, grünen Feldern, kleinen Dörfern und majestätischen Vulkanen im Hintergrund. Gegen 14 Uhr erreichten wir schließlich das Bukima Tented Camp, welches direkt neben der gleichnamigen Ranger Station, dem Ausgangspunkt für die Berggorilla Trekkings, zwar perfekt liegt, mit 450,- USD pro Nacht allerdings ziemlich überteuert ist.

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    Außer uns beiden und dem besagten anderen Touristen, einem sehr sympathischen Luxemburger, gab es keine weiteren Gäste. Wir bezogen zunächst unser Zelt und hatten nun nicht mehr viel zu tun.

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    So verbrachten wir den Rest des Nachmittags mit Vogelbeobachtung, einem kurzen Spaziergang, etwas Erlebnisaustausch sowie mit Tee und Kaffee bei wunderschönem Ausblick über die Felder und auf die Vulkane (wobei das Wetter schon etwas besser hätte sein können).

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    Nach dem Abendessen wollten wir noch die wenigen Meter zwischen Camp und Ranger Station (ca. 200m Waldweg) mit der Taschenlampe nach nachtaktiven Tieren absuchen. Das gestaltete sich allerdings als unmöglich. Bereits nach 5 Metern heftete sich ein bewaffneter Wachmann an unsere Fersen und versuchte uns in sehr schlechtem Englisch (oder ähnlichem) aber ziemlich bestimmt zu überzeugen, unser Vorhaben sein zu lassen. Alleine seine ständige Präsenz in Greifreichweite reichte dazu letztendlich schon aus.

    Also gings zurück ins Zelt. Immerhin hatte man schon den Duschwassertank mit warmen Wasser gefüllt und im Bett lagen zwei Wärmflaschen bereit. Das war gut so denn durch die Höhenlage von über 2000 Metern war es nach Sonnenuntergang nun doch schon erstaunlich kalt geworden.
     

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