Gorillas und Vulkane in der Demokratische Republik Kongo und in Ruanda - Reisebericht

Dieses Thema im Forum "Restliches Afrika Forum" wurde erstellt von Bandanar, 7. November 2016.

  1. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    10. Tag: Bukima (Gorilla Trekking) - Rumangabo, Mikeno Lodge

    Pünktlich 6:30 Uhr bekamen wir unser am Vorabend bestelltes heißes Wasser und der Tag begann mit einer warmen Dusche. Anschließend gabs Frühstück mit Blick auf den Mikeno Vulkan.

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    Kurz vor 8:00 Uhr spazierten wir schließlich zur Ranger Station, von welcher aus das heutige Berggorilla Trekking starten sollte.

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    Hier wurden zunächst unsere Permits kontrolliert, für ok befunden, und dann mussten wir uns gedulden. Wir sollten noch auf weitere Teilnehmer warten, welche direkt aus Goma kommen sollten. Die Zeit verging, es wurde neun Uhr, zehn Uhr, nichts passierte. 10:30 Uhr kam endlich ein Auto mit drei weiteren Personen: zwei junge Deutsche und ein Neuseeländer. Diese waren im Konvoi mit einem anderen Fahrzeug unterwegs, welches allerdings eine Panne hatte. Nachdem klar wurde, dass sich das Problem nicht auf die Schnelle beheben ließ, hatte man sich entschlossen alleine weiter zu fahren. Dummerweise waren uns die beiden anderen Touristen, welche noch bei Ihrem kaputten Auto ausharrten, zugeteilt gewesen. Glücklicherweise hatte man ein Einsehen, und nach einem ausführlichen Briefing, welches der Chef-Ranger in Französisch hielt und das von einem weiteren Ranger in gebrochenes Englisch übersetzt wurde, ging es los. Unser Ziel war die Nyakamwe Familie, welche momentan aus elf Tieren bestand.

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    Die Wanderung führte zunächst entlang menschenleerer Felder,

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    bis es schließlich irgendwann in den Wald hinein ging. Diesmal war es deutlich anstrengender als in Ruanda. Aufgrund der wenigen Touristen war der Weg deutlich "ursprünglicher". Man musste häufig über Baumstämme klettern oder darunter hindurch. Es ging beständig bergauf und bergab und hin und wieder mussten wir aufgrund von Ameisen kurze Sprints einlegen. Auch die Macheten der Ranger kamen häufig zum Einsatz.

    Nach ungefähr einer Stunde trafen wir auf die Tracker, welche der Gruppe ständig folgen. Hier mussten wir unseren Mundschutz aufsetzen, der im Kongo zur Berggorilla Beobachtung Pflicht ist, und keine zwei Minuten später hatten wir den ersten Gorilla vor uns. Einmal mehr hatten wir nun genau eine Stunde Zeit die Tiere zu beobachten. Auch wenn diese natürlich wieder nichts anderes taten als schlafen, spielen und fressen, ist jedes Gorilla Trekking ein ganz eigenes Erlebnis. Irgendein Verhalten gibt es immer zu beobachten, was man noch nicht gesehen hat und auch die Tiere selbst unterscheiden sich deutlich. Dieses Mal bekamen wir den Silberrücken viel näher zu Gesicht und auch die meisten der anderen Tiere kamen sehr nahe heran. Wir waren genauso begeistert wie schon in Ruanda zuvor und die Stunde verging viel zu schnell.

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    Zurück ging es auf dem gleichen Weg und kurz vor 14 Uhr waren wir schließlich bereit zur Weiterfahrt. Allerdings hieß es nun einmal mehr abzuwarten. Die Beiden mit der Autopanne, ebenfalls Deutsche, hatten es doch noch hierher geschafft, waren momentan aber noch bei den Gorillas. Da wir insgesamt drei Auto waren, keiner hier übernachten wollte und offiziell nur Konvois gestattet sind, mussten wir also auf deren Rückkehr aus dem Wald warten.

    Zum Glück dauerte es nicht zu lange, so dass wir gegen drei Uhr dann tatsächlich aufbrechen konnten. Im Dauerregen, welcher mittlerweile eingesetzt hatte, ging es durch diese so friedlich wirkende Landschaft nun wieder hinab zur Nationalstraße.

    Nach unserer Rückkehr haben wir dann im Blog des Virunga Nationalparks lesen können, dass drei Tage bevor wir hier waren, genau in dieser Gegend ein Ranger von Banditen getötet worden war. :eek6:

    An der Kreuzung teilten wir uns schließlich auf. Wir fuhren in Begleitung weiter Richtung Rumangabo, das andere Auto wieder zurück nach Goma. Die Fahrt dauerte nicht allzu lang und wir erreichten bald die quasi-militärisch gesicherte Hauptbasis des Virunga Nationalparks in Rumangabo. Hier werden die Ranger ausgebildet, Bluthunde werden zur Jagd auf Wilderer abgerichtet, mit dem Senkwekwe Center gibt es an diesem Ort das einzige Waisenhaus weltweit für Berggorillas, Manuel de Merode - der belgische Chef des Parks hat hier sein Büro und auch unser heutiges Ziel, die Mikeno Lodge, befindet sich in Rumangabo.

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    Als wir in der Lodge ankamen, gabs zunächst erst mal im Hauptgebäude ein etwas verspätetes Mittagessen, ehe wir durch das weitläufige Gelände zu unserem Bungalow geführt wurden. Mikeno verlangt den gleichen teuren Übernachtungspreis wie Bukima zuvor. Allerdings bekommt man hier dafür einen sehr großen Bungalow mit Kamin, Terrasse und großer Badewanne. Das hatten wir in dieser Form im Kongo nicht erwartet und hätten wir ehrlich gesagt auch nicht wirklich gebraucht. Das Problem ist nur, dass es hier einfach keine Alternative zu dieser Luxus Herberge gibt.

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    Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, liefen wir noch etwas umher, beobachteten einige Blue Monkeys und Guerezzas,

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    ehe es uns zurück zum Souvenirshop ins Hauptgebäude zog. Wir verschafften uns erstmal nur einen Überblick über die sehr überschaubare und nicht wirklich günstige Auswahl, ehe wir uns für heute mit einem Bier als Sundowner begnügten :RpS_biggrin:. Danach setzten wir uns ans Lagerfeuer und warteten bis wir zum Abendessen gerufen wurden. Es gab ein Drei - Gänge - Menü mit jeweils zwei Alternativen. Wenn man sich in diesem Moment das Bild der Hütten vor Augen hält, an welchen wir wenige Stunden zuvor noch vorbei gefahren sind, so kommt man schon ins Grübeln. Immerhin schafft die Lodge Arbeitsplätze und Teile des Gewinns kommen dem Nationalpark zu Gute.

    Zurück im Bungalow, hatte man bereits den Kamin für uns angezündet, an welchem wir noch einmal unser heutiges Berggorilla Trekking in Form vom Betrachten der Fotos Revue passieren ließen.
     
  2. paulinchen

    paulinchen Reisefuchsforum Legende

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    Hi Bandanar,

    ich bin auch dabei, sehr interessanter Bericht...vielen Dank...:RpS_smile:

    lg
    paulinchen
     
  3. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    11. Tag: Rumangabo, Mikeno Lodge

    Da wir zuvor nicht wussten wie anstrengend (oder auch nicht) die bisherigen Trekkings ausfallen würden, hatten wir für heute einen Ruhetag eingeplant, damit wir uns vor der morgigen Nyiragongo Besteigung etwas erholen konnten. Wäre letztendlich nicht nötig gewesen, aber so hatten wir nun den ganzen Tag Zeit in den Wäldern um die Mikeno Lodge herum etwas spazieren zu gehen und uns auf der Terrasse zu Sonnen. Und viel mehr gibts zum heutigen Tag auch schon fast nicht mehr zu sagen.

    Am Vormittag sowie Nachmittag unternahmen wir je eine ca. 5 km lange Tour durch den Wald.

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    Über den Weg gelaufen sind uns dabei viele Insekten,

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    Guerezzas,

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    Blue Monkeys,

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    Paviane

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    und Hornvögel.

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    Angenehm war, dass wir ohne Guide los durften. Einen kleinen Schlenker machten wir noch um die Verwaltungsgebäude, von welchen aus die Projekte der Nationalparkverwaltung koordiniert werden und wo auch Manuel de Merode sein Büro hat.

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    Und natürlich besuchten wir auch noch den Berggorilla Friedhof

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    sowie das Senkwekwe Center. Hier waren im Moment gerade vier Berggorilla Waisen untergebracht, welche leider wahrscheinlich nicht wieder ausgewildert werden können.

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    Auf die uns angebotene Bluthund - Vorführung der Ranger sowie ein Schimpansen - Trekking mit geringen Erfolgsaussichten verzichteten wir allerdings.

    In der Lodge gabs natürlich wieder drei üppige Mahlzeiten, sowie den obligatorischen Kaminabend im Bungalow.
     
  4. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    12. Tag: Rumangabo, Mikeno Lodge - Nyiragongo Vulkan

    Heute war es nun soweit, das zweite große Highlight neben den Gorilla Touren stand auf dem Programm: die Besteigung des aktiven Vulkans Nyiragongo.

    Nach dem Frühstück fanden wir uns Punkt acht Uhr am Auto ein wo unser Fahrer erfreulicherweise schon wartete. Einige Minuten später waren auch die weiteren Teilnehmer der heutigen Trekking Tour bereit, drei Niederländer, die mit einem ugandischen Mietwagen hier im Kongo unterwegs waren. Pünktlich losfahren konnten wir dennoch nicht, denn es fehlte die bewaffnete Eskorte. Unser Fahrer versuchte ungefähr eine Stunde lang durch umher fragen und mehrere Telefonate heraus zu finden, wann diese bereit sei. Dann hieß es plötzlich, dass keine Eskorte nötig wäre, und wir durften Rumangabo verlassen. Ausgangspunkt zur Besteigung des Vulkans ist die Kibati Ranger Station. Das bedeutete, dass wir auf der Nationalstraße wieder zurück Richtung Goma fuhren.

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    Es herrschte der übliche Betrieb: überladene Gefährte aller Art,

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    viele Menschen mit den allgegenwärtigen gelben Wasserkanistern,

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    liegengebliebene Fahrzeuge,

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    heruntergekommene Militärposten, Überbleibsel aus den zahlreichen früheren Konflikten

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    und heute kamen uns auch zwei UN Konvois, bestehend aus Baufahrzeugen samt gepanzerter Begleitung, entgegen. Der letzte der beiden wurde zusätzlich noch von einem recht tief fliegenden Helikopter begleitet. Auf unsere Fragen bezüglich der Konvois wollte später weder Guide noch Ranger noch Fahrer eingehen. Sinngemäß hieß es: "we are here for tourism not for politics".

    Wir kamen dem Vulkan kontinuierlich näher

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    und erreichten nach nicht ganz einer Stunde Fahrt Kibati, wo wir uns für die Tour registrieren mussten. Das Permit war bereits gekauft und bezahlt und so ging dies ziemlich schnell.

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    Hier befindet sich auch das wohl am meisten fotografierte Schild des Kongo.

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    Kurze Zeit später waren alle bereit. Mit uns machten sich auf den Weg: zwei Ranger, die drei Holländer, zwei Träger (für unser Gepäck, die Holländer trugen ihres selbst) sowie zwei Köche. Das war eine angenehm überschaubare Gruppe. Der Luxemburger, den wir in Bukima getroffen hatten, war einige Tage zuvor in einer Gruppe von 24 Touristen samt entsprechend vielen Trägern und Köchen unterwegs. Darunter war wohl auch ein Chinese, welcher es nach wenigen Metern konditionell nicht mehr schaffte und sich von vier Trägern hoch schleppen ließ ...

    Irgendwann zwischen zehn und elf Uhr starteten wir also zu der nur 6.3 km langen Wanderung. Allerdings mussten wir dabei von ca. 2000 m auf 3468 m hinauf. Der vornweg laufende Ranger gab das Tempo vor und das war langsam, extrem langsam. Für die ersten zwei Kilometer, auf denen es noch keinen nennenswerten Anstieg gab, brauchten wir schon eine Stunde. Hier gab es die erste von vier Pausen.

    Ab diesem Punkt gestaltete sich die Tour dann anstrengender, denn es ging nur noch bergauf: kontinuierlich und immer steiler werdend. Aber auf Grund des weiterhin sehr langsamen Tempos war es kein Problem voran zu kommen. Lediglich das lose Lavageröll machte den Aufstieg etwas unangenehm.

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    Zwischen Pause 3 und 4 setzte ein unangenehmer heftiger Regenguss ein, welcher das Ganze noch rutschiger werden ließ.

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    Irgendwann waren wir aber schließlich durch die Wolken hindurch, hatten eine herrliche Aussicht zurück auf den Nebenkrater, welcher für den Ausbruch 2002 "verantwortlich" war,

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    und wir sahen auch schon unsere heutige Unterkunft am äußeren Rand des Kraters.

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    Die kleine rechts liegende Hütte ist übrigens die Toilette.

    Gegen 15 Uhr erreichten wir schließlich erstaunlich problemlos die Volcano huts.

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    Wir warfen kurz unser Gepäck in die uns zugeteilte Hütte, begutachteten die Aussicht von oben in Richtung Klo-Häuschen

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    und eilten schnell die letzten Meter bis ganz nach oben. Es zogen langsam Wolken auf, und wir wollten den Anblick des Kratersees nicht verpassen.

    Staunend blickten wir hinab. Einige hundert Meter unter uns brodelte ein Lavasee mit beachtlichem Durchmesser. In einiger Entfernung vom "Hauptsee" strömte kontinuierlich neue Lava aus der Erde und floss über eine Kante in diesen hinein. Hin- und wieder wurden auch kleinere Brocken wenige Meter in die Luft geschleudert. Dazu brodelte es laut hörbar und es kamen je nach Windböe schwefelähnliche Gerüche hinaufgezogen. Das war wohl eines der beeindruckendsten Erlebnisse, welches wir je hatten.

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    Trotz der Kälte und des Windes blieben wir lange am Krater und beobachteten das Geblubber. Erst als die aufziehenden Wolken die Sicht völlig verdeckt hatten und auch noch Nieselregen einsetzte, begaben wir uns ins "Restaurant" zum Abendessen.

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    Nach Einbruch der Dunkelheit hatte sich sowohl Regen und Wolken wieder verzogen und wir setzten uns für zwei weitere Stunden an den Kraterrand. War es zuvor schon beeindruckend, so war es nun einfach nur noch unbeschreiblich.

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    Irgendwann war die Speicherkarte voll und wir völlig durchgefroren. Also begaben wir uns widerwillig in unsere Hütte und machten es uns in unseren Schlafsäcken so bequem wie möglich.
     
  5. naturefriend

    naturefriend Reisefuchsforum Mod

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    Das glaub ich, dass das ein unbeschreibliches Erlebnis war. Wie immer ein toll zu lesender Bericht, gespickt mit supertollen Fotos.
     
  6. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    13. Tag: Nyiragongo Vulkan - Goma

    5:30 Uhr war die erstaunlich erholsame Nacht für uns beendet. Als erstes stiegen wir nochmal kurz hoch zum Kraterrand, nur um festzustellen, dass absolut nichts zu sehen war. Dicke Wolken versperrten die Sicht. Also gings wieder zurück in die Frühstückshütte für ein schnelles Omelett mit Toast und kurz darauf hieß es auch schon "Aufbruch zum Abstieg". Für den Weg hinab nach Kibati brauchen wir etwas mehr als drei Stunden. Letztendlich war der Aufstieg vielleicht sogar einfacher gewesen. Das Geröll am anfangs auch noch sehr steilen Hang sowie die rutschigen und teils scharfkantigen Steine waren beim Heruntergehen deutlich unangenehmer.

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    Vorteil beim Abstieg ist allerdings, dass man immer die Aussicht vor sich hat. :yes3:

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    Unten angekommen wurde zunächst das erwartete Trinkgeld an Ranger, Koch und Träger verteilt und dann ging es (diesmal sogar ohne Wartezeit!) mit unserem Fahrer direkt nach Goma. Auch die zweite Stadtdurchfahrt machte uns Goma nicht schmackhafter.

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    Der Großteil der Stadt ist einfach nur heruntergekommen. Anders sah es dann zwar aus als wir unserem Hotel, der Lac Kivu Lodge, näher kamen. Diese befindet sich im Viertel der schwer bewachten und von hohen Mauern umgebenen Luxusanwesen. Auch die Frau des Präsidenten hat in dieser Gegend ein Haus. Sympathischer waren uns diese Straßenzüge allerdings auch nicht.
    Gegen Mittag checkten wir ein und verbrachten anschließend den gesamten Nachmittag in der Lodge. Hier gabs einen schönen Pool mit Bar und Blick auf den Kivusee

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    und im Garten hatte man viele Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.

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    Nach dem Abendessen kam nochmal kurz unser Guide David vorbei um uns den Ablauf und die Uhrzeit für die morgige Bootsfahrt nach Bukavu zu bestätigen.
     
  7. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    14. Tag: Goma - Bukavu

    Gegen 6:30 Uhr holte uns David, unser Guide im Kongo, welcher uns bisher eigentlich kaum begleitet hatte, im Hotel ab und fuhr uns zum Hafen von Goma.

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    Wir passierten zunächst die größeren Passagierschiffe sowie das dazugehörige, unbeschreibliche Chaos welches diese umgab. Waren wurden hin und her transportiert, Händler und Ticketverkäufer schrien und klopften auf das Auto. Leider wurde uns angeraten hier besser keine Fotos zu machen.
    Am letzten Ende des Hafen erreichten wir schließlich einen ruhigen Bereich, die Anlegestelle von Ihusi Express, für welche auch die Kivu Princesse ihren Dienst tut.

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    Beim Anblick der anderen altersschwachen Boote, welche bis zu zwölf Stunden für die Fahrt quer über den Kivusee brauchen und zumeist restlos überladen sind, waren wir froh uns für die mit 50,- Dollar pro Person zwar verhältnismäßig extrem teure aber dafür schnellere und sicherere Variante entschieden zu haben.

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    Zunächst mussten wir zum Check-in wo unser Gepäck gewogen wurde. Unser Guide schaffte es glücklicherweise auszuhandeln, dass wir für unsere 20 kg Übergepäck keinen Aufpreis zahlen mussten. Nachdem das geklärt war, ging es an Bord. Außer uns und David, welcher uns nach Bukavu begleitete, stiegen noch einige ausländische Geschäftsleute sowie einige wohlhabende Kongolesen zu. Deren privaten Sicherheitsmänner hielten sich größtenteils sogar an dieses Schild:

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    denn deren Bewaffnung bestand zum Großteil eher aus automatischen Gewehren...

    Ziemlich pünktlich, 7:30 Uhr, starteten schließlich die Motoren und der Nyiragongo wurde alsbald immer kleiner am Horizont.

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    Waren die Ufer anfangs noch etwas weit weg, wurde die Fahrt immer abwechslungsreicher, je weiter wir nach Süden kamen.

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    Zwei kurze Stopps legten wir an der Insel Idjwi ein,

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    ehe wir genau nach Fahrplan, 10 Uhr, Bukavu erreichten.

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    David hatte hier ein Auto am Hafen geparkt, und nachdem wir unser Gepäck entgegengenommen hatten, wurden wir auch sogleich zum Hotel Panorama gefahren.

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    Dieses Hotel war ziemlich kurios. Es besteht irgendwie aus mehreren wild zusammengewürfelten Gebäudeteilen (sowohl vom Design als auch von den Treppen und Gängen). Fast labyrinthartig musste man sich seinen Weg zum Zimmer, Frühstücksraum, Swimming Pool, zur Seeterrasse oder wohin auch immer suchen. Das Zimmer war aber super und die Lage direkt am See samt Ausblick auf diesen auch.

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    Die Stadt Bukavu machte auf uns einen angenehmeren Eindruck als Goma. Und auch David schlug vor, dass wir am Nachmittag ruhig alleine etwas durch die Stadt laufen könnten. Allerdings auch hier besser ohne Fotoapparat (also gibs nur ein paar Bilder mit dem Smartphone). Von Hotel liefen wir zunächst Richtung Kathedrale,

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    umrundeten diese und schauten uns von dieser erhöhten Lage etwas die Gegend an.

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    Weiter ging es vorbei am Zentralmarkt bis zum Centre Likembe, einem kleinen dunklen Laden, welcher mit Schnitzereien aus dem ganzen Kongo vollgestopft war. Hier gab es natürlich auch den typischen touristischen Kram, aber vorwiegend doch sehr authentisch wirkende und meist von einer dicken Staubschicht bedeckte "Kunstwerke". So fand schließlich eine kleine Holzschnitzerei eines sehr wahrscheinlich sehr sehr wichtigen Gottes ihren Weg zu uns. Er wurde schließlich "Stinkemännel" getauft, denn noch Wochen später, verströmte er einen sehr "wilden" Geruch (wie eine Mischung aus Lagerfeuer und Heuballen) in unserem Wohnzimmer. Nach diesem erfolgreichen Souvenirkauf ging es schließlich wieder zurück zum Hotel. Erstaunlich fanden wir, dass wir in Bukavu völlig unbehelligt umherlaufen konnten. Niemand bettelte oder versuchte uns irgendetwas aufzuschwatzen, und das obwohl gefühlt mindestens 50 % der Leute hier irgendetwas zu verkaufen hatten.

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    Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Swimmingpool, auf der Seeterrasse sowie im Restaurant des Hotels. Den Sonnenuntergang sahen wir uns aber schließlich vom Balkon des Zimmers aus an.

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    Passend dafür hatten wir in der letzten Ecke eines kleinen Ladens eine kleine verstaubte Flasche Amarula entdeckt, deren Inhalt nun in Ruhe ihrer Bestimmung zugeführt wurde...
     
  8. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    15. Tag: Bukavu - Kahuzi Biega NP (Flachlandgorillas)

    Die erste Aufgabe des Tages war das Auffinden des Frühstücksraums im Hotel. Dieser war zwar an einigen Stellen ausgeschildert, aber an einigen neuralgischen Punkten im Hotel fehlte dann der entscheidende Wegweiser. Letztendlich stellte sich heraus, dass sich der gesuchte Raum direkt über unserem Zimmer befand. :nudelholz:

    David holte uns pünktlich 7:30 Uhr ab und wir fuhren zum Kahuzi-Biega Nationalpark, denn heute stand unser letztes Gorillastrekking auf dem Programm. Zum Abschluss sollte es zu östlichen Flachlandgorillas, den größten Gorillas, welche es gibt, gehen. Für die ca. 45 km bis zum Nationalpark brauchten wir gerade einmal eine Stunde. Die Straßen hier in der Umgebung von Bukavu waren in deutlich besserem Zustand als in Nord-Kivu.

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    Kreative Transporte gab es aber auch hier.

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    Am Headquarter angekommen gab es erstmal Tee, Kaffee und eine kurze Einweisung zum heutigen Trekking. Ziel für heute war die Chimanuka Gruppe, welche aus 23 Tieren besteht. Mit uns kam nur noch eine weitere Touristin (passenderweise aus Chemnitz). Nach kurzer Wartezeit fuhren wir mit geländegängigem Gerät bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

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    Ab hier folgte nun der typische Ablauf. Es ging sehr zügig durchs Unterholz,

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    hin- und wieder mussten wir auch wieder rennen, damit wir nicht von Ameisen attackiert wurden - und plötzlich standen wir dem ersten Gorilla gegenüber.

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    Anfangs war die Beobachtung etwas hektisch, da die Gruppe gerade in Bewegung war. Wir folgten dieser für einige Minuten, bis sich die Tiere schließlich auf und um einen großen Baum nieder ließen. Einige der Gorillas kletterten hinauf, fraßen dessen Früchte und warfen einen Teil davon zu ihrer Verwandtschaft hinab - tolles Teamwork. Man musste lediglich aufpassen keine der recht großen Geschosse abzubekommen.

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    Besonders fotogen zeigte sich diesmal der mächtige Silberrücken.

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    Auch hier verging die Stunde, welche strikt eingehalten wurde, viel zu schnell. Wir liefen den gleichen Weg zurück, verteilten großzügig Trinkgeld unter den Rangern und wurden zurück zum Headquarter gebracht. Nach kurzem Souvenirshopping und dem verpflichtenden Eintrag unseres Erlebnisses in ein großen vergilbtes Buch fuhren wir schließlich wieder zurück nach Bukavu.
    Den Rest des Nachmittags nutzen wir erneut für einen Spaziergang durch die Stadt. Diesmal führte uns der Weg vorbei am Unabhängigkeitsplatz bis zum Hafen, wo wir den dortigen Markt etwas genauer inspizierten.

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    Ein Schuhgeschäft:

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    Getrocknete Fische:
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    Einmal mehr empfanden wir es hier in Bukavu als sehr entspannt. Wir wurden in Ruhe gelassen und beim Obstkauf auch nicht all zu sehr über den Tisch gezogen. Zumindest fanden wir umgerechnet 50 cent für zehn Passionsfrüchte nicht übermäßig teuer :RpS_thumbsup:

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    Zum Abschluss des Tages gabs Pizza am Hotelpool und den restlichen Amarula bei Sonnenuntergangsstimmung auf unserem Balkon.
     
  9. chiqui

    chiqui Reisefuchs

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    Wow! Was für ein toller Reisebericht! Ich hab grad entschieden, dass ich unbedingt ein Gorilla-Tracking machen möchte. Hab ich's überlesen? Welche Jahreszeit (Monat) war Eure Reise?
     
  10. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Das war Ende August/Anfang September.
     
  11. Moppel

    Moppel Jungfuchs

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    26
    Wow, danke für den schönen Bericht. Vielleicht habe ich es einfach überlesen, aber wie weit weg warst du von den Gorillas? Wirklich eindrucksvolle Bilder
     
  12. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    Unterschiedlich. Offiziell muss man sowohl in Ruanda als auch im Kongo 7 m Abstand halten. Die meiste Zeit war man letztendlich ca. 3 - 4 m von den sich am nächsten befindlichen Gorillas entfernt. Hin und wieder kam auch mal ein Tier näher (bis ca. 0.5 m).
    Berührungen gab es keine. Von menschlicher Seite hat sich glücklicherweise jeder an das diesbezügliche strikte Verbot gehalten und wenn die Affen mal zu neugierig wurden, haben die Ranger diese mit entsprechenden Geräuschen (erstaunlich effektiv) davon abgehalten.

    (schreibe bald weiter, komme grad nicht dazu)
     
  13. Moppel

    Moppel Jungfuchs

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    Okay, naja das reicht ja auch vollkommen aus. Aber das macht die Bilder natürlich um einiges interesannter ;)
     
  14. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    16. Tag: Bukavu - Nyungwe Forest (Ruanda)

    Heute gab es eigentlich keinen Grund zur Eile, aber wir waren mittlereweile sowieso im zeitig-Aufstehen-Rythmus, und beobachteten bereits bei Sonnenaufgang die Fischerboote auf dem Kivusee. Irgendwann gingen wir zum Frühstück und pünktlich 8:45 Uhr holte uns schließlich David ab um uns zum Grenzübergang zu fahren. Die Fahrt dauerte nicht länger als 25 Minuten und auch die Grenzformalitäten gingen zügig von statten: Stempel hier, Stempel da, kurzer Blick vom Zoll in die Rucksäcke - und schon waren wir wieder in Ruanda. Wir verabschiedeten uns von David, und schon sahen wir unseren eigentlich erst für 10:00 Uhr bestellten Mietwagen den Berg herunter kommen. Es war der selbe Landcruiser wie eine Woche zuvor und erneut bekamen wir einfach nur den Autoschlüssel in die Hand gedrückt. Wir luden unser Gepäck ein und nahmen den Fahrer noch mit zum Stadtzentrum vom Grenzort Cyangugu. Hier wollte er sich einen Mini-Bus nach Kigali suchen. Obwohl wir eigentlich schon eine extra Gebühr für die Lieferung bezahlt hatten, sollten wir ihm nun noch Geld für Rückfahrt zur Hauptstadt geben. Da er sich dafür aber mit umgerechnet 4,- Euro zufrieden gab, haben wir auf sinnlose Diskussionen verzichtet. Nach kurzem Stopp in Supermarkt und an einer Tankstelle fuhren wir nun schnurstracks Richtung Nyungwe Nationalpark. Für die nächsten drei Nächte hatten wir eine Campsite an der Uwinka Ranger Station, welche zentral im Park liegt, reserviert. Vor uns lagen damit gerade einmal 60 km auf bestem Asphalt. Vom Kivusee aus ging es zunächst gemächlich bergauf.

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    Wir passierten einige kleine Dörfer und Teeplantagen

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    und wie aus heiterem Himmel sahen wir plötzlich die Kelle eines Polizisten vor uns, welcher uns an den Straßenrand winkte. Mit einem freundlichen Grinsen hielt er mir eine Radarpistole vor die Nase, welche eine 56 anzeigte. Angeblich wären hier aber nur 40 km/h erlaubt. Tatsächlich stand viele Kilometer zu Beginn einer Ortschaft mal so ein Schild. Aber "Aufgehoben" - Schilder sucht man natürlich vergeblich. Und wenn der Ort dann schon einige Kilometer zurück liegt, könnte man ja meinen zumindest wieder die außerhalb von Ortschaften gestatteten 80 km/h fahren zu dürfen. Das ist aber Interpretationssache, und im Zweifel hat der Recht, der die Uniform an hat - in Afrika sowieso :klugscheisser:

    Das eigentliche Problem war nun, dass der Polizist das Ganze unbedingt offiziell abarbeiten wollte. Statt einfach ein paar Dollar zu verlangen sollten wir ihm die Fahrzeugpapiere geben, welche er mit auf seine Dienststelle in einem Ort nehmen wollte, dessen Namen wir nicht verstanden. Weiter würden wir eine Rechnung über die Strafgebühr (28,- Euro) ausgehändigt bekommen, welche wir an einer ruandischen Post begleichen müssten. Mit der Quittung von dort könnten wir dann zurück zu seiner Dienststelle kommen, um die Papiere wieder abzuholen. Das wäre allerdings nicht am heutigen Sonntag möglich.
    Hm, auf dieses zeitaufwendige hin- und her hatten wir keine Lust, also fragten wir mal ganz höflich ob wir ihm nicht das Geld geben und er das alles für uns erledigen könnte. Das wurde erst mal abgelehnt - erstaunlich. Als nächstes erklärten wir ihm, dass wir doch nur wenig Zeit hätten um sein schönes Land zu besuchen und wir diese viel lieber im Nyungwe als in irgendwelchen Büros verbringen wöllten. Nun kam er tatsächlich ins Grübeln und meinte er müsste seinen Kollegen auf der anderen Straßenseite fragen gehen. Die beiden redeten ein paar Minuten, bis er schließlich zurück kam und uns sehr wortreich erklärte, dass er uns entgegenkommen will damit wir "enough time to enjoy the beautiful Rwanda" hätten. Allerdings sollten wir dafür bitte an seinen Feierabend denken, an welchem er immer so viel Durst hätte. Letztendlich nahm er nun 30,- US Dollar und ließ uns weiter fahren. Eigentlich war das Mist. Da will sich schon mal ein Uniformierter an die Regeln halten und dann wird er zur Bestechung überredet ...
    Zumindest hielt ich mich von nun an konsequent an jedes Verkehrsschild. Wenige Kilometer weiter erreichten wir den Eingang zum Nationalpark.

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    Von hier waren es nun noch ungefähr 30 km bis Uwinka. Die Straße blieb weiterhin bestens asphaltiert, nur gab es statt Teeplantagen und Dörfern nur noch dichten, bergigen Regenwald links und rechts des Wegs.

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    Und nach wenigen Kilometern trafen wir auch schon auf die ersten L'Hoest Mountain Monkeys am Straßenrand.

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    Kurz vor Mittag erreichten wir das Nationalparkzentrum Uwinka. Dieses ist mit über 2000 m recht hoch gelegen und bietet herrliche Aussichten über den Regenwald.

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    Vom Parkplatz ging es erst hinauf zur Registrierung und Bezahlung der Campsite, und dann ging es wieder zahlreiche Höhenmeter hinab, am Auto vorbei, zum Zeltplatz. Uns wurde ein Platz auf einer neu errichteten, überdachten Holzplattform zugewiesen, was uns in dieser regenreichen Gegend sehr entgegen kam. Für Sanitäranlagen und Lagerfeuer war eigentlich ein Angestellter zuständig. Zur Begrüßung fragte er uns allerdings, ob wir auch alleine klar kommen würden, da er Fieber hätte und in die Stadt zum Arzt müsste. Nebenbei wäre es auch nett, wenn wir ihm das Geld für den Bus (2,- Euro) leihen könnten :cool5: Also gut, er machte wirklich keinen guten Eindruck und würde er sich die folgenden Tage um das Camp kümmern, könnte er ja sowieso mit noch mehr Trinkgeld rechnen. Er bedankte sich beim Gehen und fragte, ob wir das Geld wiederhaben wöllten. Dann würde er es uns mit einem Mini-Bus schicken. Wir winkten ab, und sahen ihn auch nie wieder.
    Nachdem das Zelt aufgebaut war,

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    liefen wir wieder hinauf zum Nationalparkzentrum,

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    wo man die verschiedensten Touren buchen kann. Zunächst wollten wir uns einen Überblick verschaffen, denn außer den beiden Schimpansen Trekkings hatten wir noch nichts Konkretes geplant. Interessant und etwas konfus ist die Preisstruktur der Angebote. Zum einen gibt es Primatentouren für 60,- USD p.P., Birding Touren für 50,- USD und Nature Walks für 40,-. Diese sind jeweils halbtags. Macht man allerdings morgens und nachmittags die gleiche Art an Unternehmung, so muss man an diesem Tag kein zweites mal bezahlen. Für Birding und Nature Walks gibt es außerdem 50% Ermäßigung für jeden weiteren Tag. Zusätzlich gibt es noch Spezialtouren für 60,- USD. Dazu gehören zum Beispiel die Isumo Wasserfälle und der Canopy Walk. Hierfür gibts in keinem Fall Rabatt und diese lassen sich auch nicht kombinieren. Und letztendlich werden auch noch Schimpansen Trekkings für 90,- USD angeboten. Alles klar? :becky: Ein Trinkgeld wird natürlich auch noch von Guide, evtl. mehreren Trackern bei Primatentouren und evtl. von der Autowache, welche einem aufgeschwatzt wird, sollte man dieses bei einer Tour irgendwo an der großen Straße parken müssen, erwartet.
    Für den heutigen Nachmittag entschieden wir uns für ein Primaten Trekking, und zwar für die black and white Colobus Monkeys (Guerezzas). Die Zwischenzeit bis dahin nutzten wir für ein kleines Picknick in der Sonne. Leider blieben wir nicht lange unentdeckt, und so mussten wir mit langen Stöcken bewaffnet, hartnäckig unser Obst gegen verschiedene Affen verteidigen.

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    Gusti gefällt das.
  15. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    21. Januar 2011
    Beiträge:
    1.251
    Gegen zwei Uhr kam schließlich unser Guide, gab uns an einer Karte zunächst eine sehr umfangreiche Erklärung zum Nyungwe Nationalpark und dann fuhren wir mit unserem Auto wenige Kilometer bis zum Startpunkt des Guerezza Trekkings. Wir stellten das Auto am Straßenrand ab (auf eine Wache hatten wir verzichtet) und dann mussten wir uns steil bergauf ins Gebüsch schlagen. In einem Mordstempo folgten wir unserem Guide zunächst durch mannshohes Gras und schließlich durch das Unterholz des Waldes. Durch laute Rufe kommunizierte er mit den Trackern, welche jeden Morgen aufs Neue in den Wald gehen um den Affen zu folgen. Irgendwie schien die Gruppe gerade in Bewegung zu sein. Es ging hin- und her, bergauf, bergab und ich hatte innerlich schon aufgegeben. Und dann waren sie plötzlich vor uns: viele viele Guerezzas. Unser Guide meinte, dass die Gruppe aus mehreren hundert Tieren besteht. Auch wenn das etwas übertrieben schien, waren wir zufrieden. Nun hatten wir ausreichend Zeit die Tiere ungestört zu beobachten.

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    Am Beeindruckendsten waren die Rufe, welche diese von Zeit zu Zeit anstimmen, um festzustellen, dass die ganze Sippe noch in der Nähe ist. In diesem Fall beginnt ein Tier mit lautem Gebrüll und nach und nach stimmen alle anderen ein bis am Ende buchstäblich der ganze Wald rundherum schreit.
    Ganz nebenbei entdeckten wir auch noch das Schlafnest eines Schimpansen.

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    Der Rückweg zum Auto war nicht weniger anstrengend, als der Hinweg: bergauf, bergab, Unterholz. Das GPS zeigte am Ende, dass wir 600 m Höhenmeter aufwärts zurückgelegt hatten. Klingt vielleicht nicht viel, aber es war warm, luftfeucht und der "Weg" sah so oder ähnlich aus:

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    Zurück im Camp bereiteten wir uns nach Sonnenuntergang unser Abendessen am Lagerfeuer zu: Bohnen, Kichererbsen und Toast :RpS_biggrin:. Gesellschaft leisteten uns dabei fünf Schweizer, mit welchen wir uns noch recht lange nett unterhielten.
     
  16. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    21. Januar 2011
    Beiträge:
    1.251
    17. Tag: Nyungwe Forest

    Gegen halb sieben wurde das Lagerfeuer des Abends wiederbelebt und es gab erst mal Toastbrot, Instantkaffee und einen recht gemächlichen Start in den Tag. Heute hatten wir geplant eine Trekking Tour zu unternehmen. Also gings nach dem Frühstück hoch zum Infocenter, wo auf einer Karte sehr übersichtlich alle angebotenen Touren samt Länge und Höhenmetern aufgeführt sind. Wir entschieden uns für den Imbaranga Walk. 10.2 km, 750 Höhenmeter, vier Wasserfälle, schöne Aussichten - das klang gut. Pünktlich um 9 Uhr traf schließlich unser Guide ein, gab uns zunächst eine kurze Einführung über den Nyungwe Park (der gleiche auswendig gelernte Text, den unser Guide am Vortag schon heruntergebetet hatte :RpS_biggrin:) und los gings.
    Zunächst verlief der Weg in etwa der gleichen Höhe wie das Camp, und wir hatten immer wieder schöne Ausblicke über den Wald.

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    Tiere gab es, bis auf ein paar scheue Vögel und Insekten erstmal kaum zu sehen.

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    Irgendwann liefen wir schließlich kontinuierlich bergab, tiefer hinein in den dichten, dunklen Regenwald. Wir kamen an den vier ansehnlichen aber recht ähnlichen Wasserfällen vorbei,

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    fanden viele Frösche,

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    eine Maus,

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    ein Eichhörnchen (oder sowas in der Art),

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    eine Schlange

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    und staunten über den unglaublich vielfältigen Wald.

    Nachdem wir einige Kilometer im Tal hinter uns hatten, mussten wir natürlich auch wieder da hinauf Richtung Campsite. Bei den heißen Temperaturen zur Mittagszeit und bei gefühlt 100 % Luftfeuchte gestaltete sich das zu einer ziemlich schweißtreibenden Angelegenheit. Gut war, dass der Weg am Canopy Walk vorbei führte. Da dieser als extra Tour zu bezahlen ist, durften wir natürlich nicht drüber laufen, aber wir konnten schon mal einen Eindruck von diesem gewinnen. Und dieser bestärkte unsere vorherige Meinung, dass wir keine 60,- USD pro Person bezahlen würden nur um über diese hier beliebig platzierte Hängebrücke im Wald zu laufen. Den Ausblick hatten wir in aller Vielfalt auch schon von den vorherigen Aussichtspunkten entlang des Weges.

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    (hier ein Blick von weitem auf den Canopy Walk)

    Auf den letzten Metern zurück zum Camp trafen wir schließlich noch auf eine große Gruppe der wohl populärsten gefiederten Bewohner des Nyungwe, den großen, knallblauen Riesenturakos. Das war ein gelungener Schlusspunkt einer ziemlich anstrengenden aber auch sehr schönen Wanderung.

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    Zur "Belohnung" gabs nun erst mal ein Bier am Infocenter.:beerchug:
    Da es mittlerweile schon 16 Uhr war, gab es nun keine weitere Wanderung, welche wir noch hätten buchen können. Da es uns allerdings zu früh war um im Camp zu bleiben, setzten wir uns nochmal ins Auto und fuhren etwas auf der Haupt- und einer winzigen Nebenstraße im Nyungwe umher. Einfach um zu sehen, was wir denn so sehen würden :01:. Game Drives im Regenwald sind nun natürlich wirklich nicht unbedingt die beste Lösung, demnach blieb es auch bei einigen Affen,

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    Raubvögeln

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    und immerhin nochmal einer Gruppe Turakos.
    Zum Sonnenuntergang waren wir wieder beim Zelt, wo auch bereits das bestellte warme Wasser für die "Schöpf"dusche bereit stand. Den Rest des Abends verbrachten wir erneut am Lagerfeuer.
     
  17. Tom Yam

    Tom Yam Erfahrener Reisefuchs

    Registriert seit:
    28. Januar 2011
    Beiträge:
    220
    Ein ganz toller Bericht mit noch tolleren Fotos! Vielen Dank für's Zeigen. Das Lesen hat viele Erinnerungen an eine eigene Uganda-/Ruandareise in 2003 geweckt, auf der ich auch Berggorillas aus nächster Nähe erleben konnte.

    Leider war ich damals noch mit analogem Foto-Equipment unterwegs und konnte bei weitem nicht so schöne Fotos schießen wie Du, was hauptsächlich an den begrenzten ISOs des Filmmaterials lag. 200 ISO sind bei den bescheidenen Lichtverhältnissen im Dschungel einfach zu wenig. Daher bin ich schon ein bisschen neidisch auf Deine Bildausbeute ...

    Übrigens: Wenn mich nicht alles täuscht, dürfte die Schlange in der letzten Bildfolge eine Black Mamba gewesen sein.

    Gruß
    Tom Yam / Michael
     
  18. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    21. Januar 2011
    Beiträge:
    1.251
    Danke! Was die Schlange angeht haben wir auch schon gerätselt. Wir hatten auch an eine Schwarze Mamba gedacht, aber sicher sind wir uns nicht. Unser Guide konnte oder wollte es uns nicht sagen. Er meinte nur, er mag keine Schlangen.
     
  19. marimari

    marimari Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    17. Januar 2011
    Beiträge:
    1.748
    hast Du vom Kopf der Schlange noch ein anderes Foto?
    schwierig zu sagen, was es sein könnte..lg
     
  20. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    21. Januar 2011
    Beiträge:
    1.251
    Nein, leider nicht, also zumindest keins, wo man mehr Details erkennt. Die Schlange war recht schnell verschwunden.
     

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