Gorillas und Vulkane in der Demokratische Republik Kongo und in Ruanda - Reisebericht

Dieses Thema im Forum "Restliches Afrika Forum" wurde erstellt von Bandanar, 7. November 2016.

  1. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    18. Tag: Nyungwe Forest

    Heute ging es wieder etwas zeitiger los, denn das erste Schimpansentrekking stand auf dem Plan. 6:30 Uhr startete die Tour an der Uwinka Ranger Station. Mit uns kamen noch zwei Amerikaner und eine Finnin.
    Die folgenden viereinhalb Stunden waren nun leider ziemlich ernüchternd. Es ging wie am Vortag hinab in den Regenwald, wo wir auch bald auf die Tracker trafen.

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    Nur hatten diese die Schimpansen noch nicht gefunden. So hieß es für uns erstmal an Ort und Stelle zu warten, bis klar war, wohin wir überhaupt weiter laufen sollten. Nach ungefähr einer Stunde kam einer der Tracker zurück und meinte, dass die Affen zu tief im unwegsamen Wald wären und wir nach einer anderen Gruppe suchen sollten. Somit gings nun ziemlich zügig, auf und ab, in einen anderen Teil des Waldes - allerdings auch ohne Erfolg. Gegen 11:00 Uhr gab unser Guide auf und bot uns an noch in den Cyamudongo Forest, einen zum Nyungwe gehörigen, aber separiert liegenden Teil des Nationalparks, zu fahren, um dort unsere Suche fortzusetzen.
    Da wir für heute noch nicht völlig aufgeben wollten, setzten wir uns also ins Auto, fuhren zwei Drittel des Weges Richtung Kivu See zurück, bogen irgendwann auf eine ziemlich schlechte Piste Richtung Süden ab und erreichten nach einer anstrengenden Fahrt durch vorwiegend Teeplantagen und Farmland den besagten Teil des Waldes.

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    Nach nur zwei Kilometern Wanderung wurden wir nun tatsächlich fündig. Nahe am Weg saßen einige Schimpansen in den Bäumen.

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    Leider setzten sich diese gerade langsam in Bewegung. Unser Guide war der Meinung, dass es keinen Sinn machen würden ihnen zu folgen, sondern sie lieber in großem Bogen zu umlaufen und schließlich frontal zu erwarten.
    Das mit dem Bogen laufen klappte, nur Teil zwei des Plans ging leider nicht auf. Wir warteten und warteten, nur schienen die Schimpansen irgendwo abgebogen zu sein. Wir sahen sie zumindest nicht wieder und auch die Tracker, welche irgendwann zu uns kamen, meinten, dass sie die Tiere verloren hätten.
    Wenigstens entdeckten wir während der Wartezeit einige schöne Hornvögel

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    und eine Monameerkatze samt Jungtier.

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    Das tröstete zumindest etwas über das unbefriedigende Schimpansen - Erlebnis hinweg. Gegen 16:00 Uhr machten wir uns schließlich auf die Rückfahrt nach Uwinka, wo wir gegen Sonnenuntergang ankamen.
     
  2. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    19. Tag: Nyungwe Forest, Uwinka - Gisakura

    Für den letzten Tag im Zentrum des Nyungwe hatten wir uns noch ein Primatentrekking vorgenommen. Ziel war eine Gruppe von Grauwangengaben, nicht weit entfernt von der Uwinka Campsite. Punkt acht Uhr ging es los. Mitsamt Ranger und Wächter fürs Auto, welchen wir sinnloserweise unbedingt mitnehmen sollten, fuhren wir zunächst einige wenige Kilometer einen extrem schmalen und holprigen Waldweg entlang, bevor wir das Auto in einer kleinen Ausbuchtung am Rand stehen ließen. Von hier ging es nun zu Fuß weiter. Unser Guide mahnte zur Eile, und so ging es zügig über Stock und Stein hinab ins Tal. Nach ungefähr drei bis vier Kilometern wartete ein Tracker am Wegesrand und führte uns einen steilen Hang hinab, anschließend über einen Bachlauf, und letztendlich einen anderen Hang wieder hinauf durch Unterholz. Dort trafen wir nun auch die weiteren Tracker, was bedeutete, dass auch die Mangaben hier in der Nähe sein mussten. Und das waren sie auch, leider zunächst sehr hoch oben, gut versteckt in den Baumkronen. Ohne Fernglas wären wir hier ziemlich aufgeschmissen gewesen und Fotos waren von den im Blätterdach versteckten schwarzen Affen, auch noch gegen den Himmel, ebenfalls nicht gut möglich. Aber wir zeigten uns geduldig und warteten. Hin und wieder hatten wir dabei das Glück, dass sich eines der Tiere etwas nach unten bewegte und besser zu beobachten war.

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    Nach ungefähr zwei Stunden setzte sich die ganze Gruppe in Bewegung und wir versuchten so gut es ging zu folgen. Nach nicht allzu langer Zeit mussten wir aber aufgeben.

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    Jetzt hieß es wieder einige hundert Höhenmeter aufwärts zurück zum Auto zu laufen. Wenigstens hatte es unser Guide auf dem Rückweg nicht sonderlich eilig und erklärte noch einiges zu den Pflanzen am Wegesrand.

    Auf der anschließenden Fahrt zurück zum Camp konnten wir uns überzeugen, dass dieses Schild tatsächlich seine Daseinsberechtigung hat,

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    denn hinter einer Biegung kreuzte plötzlich keine fünfzig Meter vor uns ein Schimpanse von rechts nach links die Straße. Wir hielten an und stiegen aus, in der Hoffnung ihn noch irgendwo zu sehen zu bekommen. Nach einigem Suchen stellten wir fest, dass der Schimpanse wohl auch neugierig war. Er hatte sich hinter dichtem Buschwerk versteckt und lugte immer wieder kurz durch dieses hindurch um anschließend wieder abzutauchen.

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    So ging es eine ganze Weile, bis wir wohl nicht mehr interessant genug waren, und der Affe im dichten Gewüchs endgültig verschwand. Wieder in Uwinka angekommen, setzen wir unsere Begleiter ab und fuhren direkt weiter bis nach Gisakura, einem kleinen Ort wenige Kilometer westlich der Nationalparkgrenze. Hier hatten wir für die nächste Nacht ein Zimmer im Gisakura Guesthouse reserviert. Wir checkten nur kurz ein und machten uns gleich auf den Weg zur dortigen Rangerstation. Mit dem Permit vom Vormittag konnten wir ja auch am Nachmittag noch eine weitere Primatentour machen. Und so entschieden wir uns noch einmal zu einer Guerezza Tour (die einzig mögliche in dieser Region des Parks). Das nahegelegene, kleine Wäldchen, wo sich die Affen aufhielten war umgeben von riesigen Teeplantagen und die Tiere hier sind wohl auch sehr an Menschen gewöhnt.

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    So konnte man bis auf wenige Meter an die Guerezzas heran, ohne das diese flüchteten.

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    Letztendlich war es nochmal eine ganz nette und nicht zu anstrengende Unternehmung am Nachmittag. Hätten wir allerdings nochmals ein Permit dafür bezahlen müssen, dann hätten wir uns wahrscheinlich über dieses doch schon fast Zoo - ähnliche Erlebnis geärgert.
    Den Abend verbrachten wir im Guesthouse, wo wir nach drei rudimentären Zeltnächten nun endlich mal wieder fließendes Wasser hatte, welches auch noch warm war. Außerdem gab es für wenig Geld ein sehr reichliches und schmackhaftes Abendessen.
     
  3. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    20. Tag: Gisakura - Kibuye (Kivusee)

    Die letzte Tour im Nyungwe begann früh morgens um 5:00 Uhr auf dem Parkplatz hinter unserem Guesthouse. Dies war der abgesprochene Treffpunkt zum zweiten Schimpansentrekking. Dieses fand einmal mehr im Cyamudongo Wald statt, in welchem wir bereits zwei Tage zuvor nachmittags recht erfolglos waren. Pünktlich sammelten sich einige Geländewagen und los ging die zweistündige Fahrt im Konvoi über die gleichen schlechten Pisten bis zum Parkplatz am Rande des Waldes. Unsere Gruppe bestand aus acht Touristen, zwei Guides und zwei Trägern. So richtig glücklich waren wir nicht unbedingt. Nichts für ungut, aber wenn man an jedem kleinen Hügel ins Schwitzen kommt und jede kleine Bodenunebenheit eine Herausforderung für die Trittsicherheit darstellt, dann ist man bei einem solchen Trekking falsch. Los ging es in gemächlichem Tempo in den Wald. Wir liefen für ungefähr 20 Minuten zielstrebig in eine Richtung. Dann hieß es, die Schimpansen hätten sich in Bewegung gesetzt und wir könnten sie hier nicht einholen. Keine Ahnung woher diese Erkenntnis so plötzlich kam :confused3: - also ging es zurück zum Parkplatz. Wir stiegen wieder in die Autos und fuhren wenige Kilometer auf einem recht breiten Fahrweg in den Wald hinein. Die Autos wurden am Wegesrand geparkt, wir liefen einige hundert Meter weiter und wurden angewiesen zu warten. So warteten wir, und warteten. Statt Schimpansen kam höchstens mal ein Fahrradfahrer oder einige Einheimische zu Fuß vorbei.

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    Nach ungefähr einer Stunde Warterei hatten wir die Affen schon abgeschrieben, bis plötzlich tumultartige Geräusche aus dem Wald erklangen. Und kurz darauf preschte der erste Schimpanse heraus,

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    richtete sich auf dem Weg kurz auf,

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    und verschwand auf der anderen Seite wieder im Wald. Zwei weitere Tiere folgten. Wenige Minuten später kamen die Schimpansen glücklicherweise wieder zurück und liefen nun den Weg entlang.

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    Unser Grüppchen folgte mit etwas Abstand. Nach wenigen hundert Metern verschwanden die Tiere schließlich wieder im Wald und wir folgten nun durchs Unterholz. Uns ging es viel zu langsam vorwärts, aber unsere Guides wollten die Gruppe einfach nicht aufteilen. Glücklicherweise trafen wir nach einigen rutschigen bergab - Minuten wieder auf die Affen. Ab nun wurde uns die eine Stunde Beobachtungszeit zugestanden. Leider machte es das dichte Unterholz nicht so leicht durchgängig einen guten Blick auf die Schimpansen zu bekommen. Dennoch war die Beobachtung viel schöner als Jahre zuvor in Uganda, wo wir die Tiere leider nur weit oben in den Baumkronen gesehen hatten.

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    Pünktlich nach einer Stunde mussten wir wieder zurück, verteilten am Auto angekommen pflichtgetreu die Trinkgelder, und machten uns auf den Nyungwe Nationalpark endgültig zu verlassen.

    Unser nächstes Ziel war Kibuye am Ostufer des Kivusees. Ungefähr drei Stunden brauchten wir auf der sehr guten, aber kurvenreichen und hügeligen Straße, bis zu unserem Ziel. Der Weg führte großteils entlang des Sees und bot zahlreiche Ausblicke auf das Wasser,

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    die tausenden landwirtschaftlich bewirtschafteten Hügel

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    sowie auf leuchtend grüne Felder in den Tälern.

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    Am Rand von Kibuye bezogen wir eine Hütte im herrlich gelegenen Rwiza Village, wo wir anscheinend die einzigen Gäste waren.

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    Den Rest des späten Nachmittags nutzten wir noch für einen langen Spaziergang zum nächstgelegenen Geldautomat und wieder zurück. Dabei begegneten wir vielen freundlich lächelnden Menschen, begleitet mit unzähligen "Hello, Hello" und "Mzungu" Rufen. Erstaunlicherweise rief niemand das sonst ebenso geläufige "money, money". Wahrscheinlich verirren sich nicht allzu viele "weiße" Besucher in diesen bei den Ruandern selbst sehr beliebten Ort.
    Das Abendessen gabs schließlich im Restaurant des Hotels mit Blick auf einen herrlichen Sonnenuntergang über dem Kivusee.

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  4. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    21. Tag: Kibuye

    Heute stand zum beinahe-Abschluss der Reise ein entspannter Tag in Kibuye an. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Blick über den Kivusee fuhren wir ins Zentrum der Stadt. Hier wurde das Auto geparkt und wir machten uns zu Fuß auf den Weg, um die im Bradt Guide empfohlene Tour im Uhrzeigersinn durch den Ort zu laufen. Im eigentlichen Zentrum befinden sich zahlreiche Banken mit ATM's, ein Souvenirshop und einige kleinere Läden die alles mögliche verkauften.

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    Von hier liefen wir über eine parkähnliche Grünfläche bis zum Markt, wo wir uns etwas umsahen.

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    Allerdings brauchten wir weder Tomaten,

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    noch Kochbananen,

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    noch fanden wir zwei zusammengehörige Schuhe.

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    Vom Markt weiterlaufend, kamen wir erst mal wieder an den See,

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    und erreichten dann eine Art kleinen Hafen, wo wir von zahlreichen Boatmen angesprochen wurden, ob wir nicht eine Bootstour auf dem See machen wollten. Das hatten wir tatsächlich geplant, aber allerdings erst für den Nachmittag. Nach einem 'maybe later' war erstaunlicherweise niemand weiter aufdringlich. Nach drei Viertel der Runde kamen wir an einer Kirche vorbei, welche heute eine der zahlreichen Genozid-Gedenkstätten des Landes ist. Auch hier fand ein Masaker unter den Menschen statt, welche in der Kirche Zuflucht gesucht hatten. Wenn man nun, etwas mehr als zwei Jahrzehnte später, hier lang spaziert, alles sehr idyllisch wirkt und die Menschen so freundlich sind, kann man nicht begreifen, was sich hier einmal zugetragen hat.

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    Weiter gings zurück ins Zentrum, wo wir nicht widerstehen konnten noch etwas Souvenirshopping zu betreiben, ehe wir schließlich wieder zurück Richtung Hotel fuhren. Kurz vor diesem machten wir allerdings noch einen kleinen Abstecher auf den Viehmarkt. Wir hatten am Morgen schon unzählige Boote mit Ziegen, Hühnern, Schafen und weiterem Getier auf dem See gesehen.

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    Jetzt sahen wir uns das Ganze nochmal aus der Nähe an.

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    Nach einer kurzen Mittagspause auf dem Balkon unserer Hütte fuhren wir nochmal zu den Bootsleuten. Beim Ersten der uns am Vormittag angesprochen hatten, stoppten wir und vereinbarten eine zweistündige Rundfahrt auf dem See.

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    Nachdem wir aus der Bucht hinaus gefahren waren, hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die uns umgebenen Hügel. Nur die aufziehenden dunklen Wolken gefielen uns weniger. Unser Bootsführer ließ sich davon allerdings nicht irritieren. Weiter gings gemächlich im Slalom um einige kleine Inseln.

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    Eine kurze Umrundung zu Fuß unternahmen wir auf einer der größeren und ganz zum Schluss gabs das Highlight der Tour: eine Insel mit dem Namen "Napoleons hat".

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    Die Hutform war natürlich nicht das Highlight, sondern die Bewohner der Insel. Wir verließen hier wieder das Boot und nach wenigen Metern standen wir in einem Wäldchen, umgeben von hunderten Flughunden, welche sich aus nächster Nähe beobachten ließen.

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    Nachdem wir genug Bilder hatten gings schließlich wieder geradewegs zurück zur Anlegestelle in Kibuye. Dort angekommen hatte in der Zwischenzeit jemand ungefragt das Auto geputzt und erwartete uns nun mit einem breiten Grinsen. Eigentlich mag ich einen solchen unbeauftragten Service überhaupt nicht. Auf der anderen Seite, wer weiß wie oft sich so eine Chance ergibt, um etwas zu verdienen - besser als ohne Gegenleistung aufdringlich zu betteln ist es allemal. Und mit einem Dollar "Aufwandsentschädigung" war er augenscheinlich auch noch sehr zufrieden.
    Als wir schließlich wieder im Hotel waren, öffneten sich die Schleusen über uns, und für zwei Stunden blieb uns nicht viel übrig als ein heftiges Gewitter zu beobachten - Glück gehabt, dass es nicht eher losging. Nach dem Regen zeigte sich noch mal kurz die Sonne. Allerdings lohnte es sich nun nicht mehr, noch Irgendwelche Aktivitäten zu starten. So schlenderten wir nur noch etwas durch den Garten der Anlage und entdeckten immerhin einige Echsen und sogar einen Otter, welcher uns interessiert beobachtete.

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    Das Abendessen gabs wieder im Restaurant der Anlage, diesmal untermalt von zuckenden Blitzen und heftigem Regen. Im halbwegs Trockenen sitzend war das aber mindestens genauso beeindruckend wie der Sonnenuntergang am Vortag.
     
  5. Bandanar

    Bandanar Reisefuchsforum Mod

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    22. Tag: Kibuye - Kigali (- Istanbul - Leipzig - Dresden)

    Unser letzter Tag in Ruanda begann erneut mit einem entspannten Frühstück bei Blick über den im morgendlichen Dunst liegenden Kivusee. Wir beobachteten noch eine Weile die kreisenden Raubvögel, den gemächlichen Bootsverkehr auf dem See, und auch der Otter ließ sich nochmal blicken. So war es dann auch schon halb elf, als wir auscheckten und uns auf die Rückfahrt nach Kigali machten. Ungefähr drei Stunden brauchten wir von Kibuye bis ins Zentrum der Hauptstadt. Die Strecke ist zwar mit ca. 130 km nicht allzu lang, aber die kurvigen, bergigen Straßen in Kombination mit langsamen Lastwagen und drohenden Radarkontrollen kosten einfach viel Zeit. Und außerdem will man ja auch hin und wieder mal Stoppen um den Blick über die vielen tausend Hügel mit ihren Terrassenfeldern und Bananenplantagen schweifen zu lassen.

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    In Kigali angekommen, parkten wir das Auto samt Gepäck in der bewachten Tiefgarage eines Einkaufzentrums und machten uns zu Fuß auf den Weg um einigen der zugegeben nicht unbedingt zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Dazu zählte eine Gorilla Statue mitten in einem Kreisverkehr,

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    das Hotel "Des Mille Collines", bekannt aus dem Film "Hotel Ruanda",

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    die sich überall bietenden Ausblicke über das recht große Stadtgebiet,

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    ein Bummel durch die "einfachen" Geschäftsstraßen

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    sowie auch entlang der modernen, neuen Bürogebäude.

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    Alles in allem war es an diesem Tag sehr heiß, das "ursprüngliche Zentrum" extrem hektisch, das moderne Zentrum widerrum zum Sonntag Nachmittag ziemlich ausgestorben,

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    und auch der Rest der Stadt fiel eher in die Kategorie "kann man mal gesehen haben - muss man aber nicht unbedingt".
    Sehr zufrieden waren wir allerdings mit den großen Salaten und den frischen Säften im "Camellia Restaurant" (hinter dem Teehaus).

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    Von hier aus rief ich bei Einbruch der Dunkelheit schließlich unseren Autovermieter an und vereinbarte als Rückgabeort das Hotel "La Pallisse" in flughafennähe - den selben Ort, wo wir drei Wochen zuvor das Auto erstmals entgegen genommen hatten. Eine halbe Stunde später waren wir dort, übergaben die Schlüssel, wurden recht zügig zum Flughafen gefahren, erhielten noch die Bitte die Mietwagenfirma im Internet gut zu bewerten, und schon standen wir am Security Check vorm Eingang des Flughafens. Dummerweise waren es nun noch vier Stunden bis zum Rückflug und uns wurde der Einlass ins Terminal so zeitig verwehrt. Also blieb uns nichts weiter übrig als uns ins Open Air Restaurant vorm Flughafengebäude zu setzen und das Treiben zu beobachten. Es war ganz spannend zu sehen, wie ein Overland Truck ankam und eine erstaunliche Anzahl an Touristen und Gepäck ausspuckte. Anschließend wurde das Gefährt anscheinend kurz gereinigt, und schon machte man sich wieder auf den Weg Richtung arrival terminal.
    Kurz vor zehn Uhr durften wir schließlich in den Flughafen und alles ging nun seinen gewohnten Gang. Ohne jegliche Verspätung flogen wir kurz nach Mitternacht in Richtung Istanbul und nach einem gefühlt ewigen Aufenthalt weiter bis Leipzig. Von dort ging es schließlich mit Zug und Bus nach Hause.

    Nun war sie leider schon vorbei, die Reise nach Ruanda und in die Demokratische Republik Kongo. Gerade wegen letzterem Land hatte ich mir im Vornherein schon so einige Gedanken gemacht. Wie würde es aussehen mit der Sicherheitslage? Wie aufdringlich werden die Kongolesen? Wo werden wir so alles übers Ohr gehauen werden? usw.

    Letztendlich haben sich sämtliche Bedenken in Luft aufgelöst und nach der Rückkehr kann ich nur sagen, es war eine der besten Reisen, welche wir je unternommen haben: freundliche Menschen, herrliche Landschaften, einmalige Tierbegegnungen, und natürlich der Kratersee des Nyiragongo. Viel mehr Highlights sind in drei Wochen wohl schwerlich unterzubringen.

    Froh bin ich auch, dass wir uns letztendlich für die drei Gorilla Trekkings entschieden haben. Gestern habe ich die offizielle Meldung gelesen, dass Ruanda die Preise der Gorilla permits von 750,- USD auf nun unglaubliche 1500,- USD erhöht. Ich vermute mal, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis auch die Nachbarländer (zumindest etwas) nachziehen werden. Und irgendwann wird dann der ohnehin schon teure Spaß einfach unbezahlbar. Schade eigentlich, aber die Nachfrage scheint diese Preispolitik anscheinend zuzulassen.
     

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