Kuba ist wirklich eine Reise wert

Dieses Thema im Forum "Mittelamerika - Karibik Forum" wurde erstellt von naturefriend, 8. Januar 2011.

  1. naturefriend

    naturefriend Reisefuchsforum Mod

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    Die meisten kennen in Kuba nur die Strände von Varadeiro aus dem Katalog. Kuba hat aber weit mehr zu bieten.
    Die Städte Havanna, Santiago, Cienfuego, Holguin,.. Die Strände um Holguin, Guadelavaca usw, und vor allem die Leute. Ich bin in der Karibik niemals freundlicheren Menschen begegnet als in Kuba. Jeder kann zu Fidel Castro und seinem Clan seine Meinung haben, aber er hat in Kuba eines geschafft: die Kubaner haben ein flächendeckendes Schul- und Gesundheitssystem. Die Kubaner sind zwar auch arm, aber sie haben die Garantie, etwas zu essen zu bekommen. Das ist in vielen Staaten (z.B. Jamaica) nicht der Fall. Gerade in Jamaica ist der Unterschied extrem. Neben dem 6 Sterne Hotel "Half Moon" in Montigo Bay leben Menschen in ausgebrannten Pkw's, nur durch eine hohe Mauer getrennt.
    lg nf
     
  2. Manfel

    Manfel Administrator Mitarbeiter

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    YESS - :RpS_thumbsup: Kuba, :RpS_thumbsup: das steht ja schon so lange auf meiner Liste , da will ich auch unbedingt mal hin. Angeblich soll es in Kuba ja die schönsten Strände der Karibik geben. Dann das ganze Castro Flair, die alten Häuser und Autos... :RpS_thumbup:

    Nur schade das die Flüge dorthin so teuer sind, und es keine Flüge aus den USA nach Kuba gibt. Aber das soll jetzt ja bald anders werden, es gibt ja ein paar Fluugesellschaften die den Flugbetrieb nach Kuba aufnehmen wollen , und dann werden auch die Flüge etwasgünstiger werden..

    Kuba ich komme (sobald ich es mir leisten kann)
     
  3. Andreas T.

    Andreas T. Reisefuchs

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    Ich plane gerade für November 2011 meine erste Kubareise. Bisher habe ich Flüge mit Eier-Franz (Air France) und Iberia für jeweils ca. 980 EUR angeboten bekommen. Das finde ich nicht übertrieben teuer, angeblich soll es aber in 2-3 Wochen noch günstigere Angebote gebe - warum auch immer.
    Strand interessiert mich eigentlich nicht so besonders, obwohl ich natürlich auch mal ein Bisschen plantschen gehen werde. Bisher erscheint es mir als reizvoll, mit eigenem Mietwagen über die Insel zu cruisen. In Havanna steht auf jeden Fall ein Besuch einer Show im Tropicana auf meiner Liste.
    Die ganze letzte Woche über gab es übrigens eine Themenreihe über Kuba auf 3Sat. Vielleicht wird diese ja fortgesetzt und/oder auf einem anderen Sender wiederholt.
    Auf jeden Fall freue ich mich über weitere Infos in diesem neuen Klasse-Forum und werde natürlich auch selbst neue Erkenntnisse hier posten.

    Gruß
    Andreas
     
  4. Manfel

    Manfel Administrator Mitarbeiter

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    von wo willst den fliegen ?

    Aeroflot (ich denke du hast meinen Bericht gelesen) ,
    bietet Flüge um die 700 Euro an (Direktflug)
     
  5. Andreas T.

    Andreas T. Reisefuchs

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    Ich muss von Norddeutschland aus starten, egal ob mit Zubringer-Flug oder Rail&Fly. Der Eier-Franz Flug geht von Hamburg über Paris nach Havanna, der Iberia sicherlich über Madrid. Bei Aeroflot fehlt mir irgendwie das Sicherheitsgefühl, obwohl die eine gute Statistik haben.

    Gruß
    Andreas
     
  6. Tobilein

    Tobilein Reisefuchsforum Legende

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    860
    Und ich hab mich noch niergendwo so als wandelnder Geldsack gefühlt wie auf Kuba. Noch nicht mal in Afrika. Hinzu kommen so Dinge wie sehr hohe Preise, eine extrem miese Infrastruktur, sehr schlechtes Essen,....

    Und weil es dort so paradisisch ist - nehmen jährlich tausende die lebensgefährliche Reise mit Booten Richtung USA (ins Elend des Kapitalismus :tongue5:) in Kauf.

    Nur gut das Raul die Zeichen der Zeit erkannt hat und gerade mit dem Sozialismus Schluss macht. Er wartet aber mit dem ganz großen Kahlschlag wohl noch so lange bis sein Bruder es nicht mehr miterleben muss wie am Ende doch der Kapitalismus siegt.
     
  7. Andreas T.

    Andreas T. Reisefuchs

    Registriert seit:
    1. Januar 2011
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    109
    Ja unbedingt!

    Dann werde ich mich mal nach langer Abstinenz von diesem Forum, mit einer Antwort zu diesem Thema zurückmelden. (Ich hatte wirklich extrem viel zu arbeiten in letzter Zeit!)
    Meine erste Kubareise liegt nun schon ein halbes Jahr zurück und die Eindrücke werden teilweise von meiner gerade beendeten 3. Indienreise überschattet.
    Ich bin als totaler Südost-Asien-Nerd mit sehr wenigen Erwartungen und noch weniger fundierten Vorabinformationen über den Inselstaat, los gereist. Eigentlich wollte meine Frau nach Kuba, ich nicht unbedingt. Doch dann hat mich das Land wirklich absolut angenehm überrascht und die nächste Kubareise steht für Anfang nächsten Jahres fest. Die Kubaner habe ich im Großen und Ganzen als absolut freundlich, hilfsbereit und liebenswürdig erlebt. Natürlich gibt es auch die Ausnahmen und auch Typen, die professionell auf Touristenabzocke spezialisiert sind. Davor wird jedoch in Reiseführern gewarnt und auch beschrieben, wie man denen (weitestgehend) aus dem Weg gehen kann.
    Wir haben uns einen Mietwagen schon vorweg in Deutschland gebucht (über TUI) und eine unglaublich verdreckte und heruntergewirtschaftete Karre chinesischer Fahrzeugbaukunst erhalten. Der Wagen hatte knapp 50.000 Kilometer auf der Uhr, war jedoch definitiv verbraucht. Technischer Totalschaden durch sachgemäße Benutzung - so etwas können wirklich nur die Chinesen bauen! Danke an TUI für den nachträglich gewährten großzügigen Rabatt!
    Unterkünfte
    Wir haben ausschließlich in "Casa Particular" gewohnt, d.h. in privaten Unterkünften, welche durch ein hervorragend funktionierendes Netzwerk kooperieren. Das erste Casa in Havanna hatten wir über das Internet gebucht (saftiger Aufschlag durch die Schweizer Agentur) und alle weiteren dann vor Ort durch weiterempfehlen und telefonische Buchung unserer jeweiligen Gastgeber gefunden. So perfekt funktioniert das wohl sonst in keinem Land!
    Essen
    Da das angeblich schlechte Essen angesprochen wurde: Gegessen haben wir auch meist bei unseren jeweiligen Gastgebern und abgesehen davon, dass die uns definitiv mästen wollten, hervorragend gespeist! Auch in den privaten Restaurants, den "Paladares", kann man in der Regel sehr gut essen, dort zahlt man jedoch meist ganz schön saftige Preise. Es gibt einige Paladares, in denen man Raritäten und ausgefallene Spezialitäten, wie Krokodilfleisch etc., bekommt. Am allerbesten hat mir der neue Trend zu Fastfood kubanischer Art gefallen. Dieses wird meist durch die Fenster oder Haustüren von Privatwohnungen verkauft, kostet fast gar nichts und schmeckt einfach toll. Es gibt insbesondere Hamburger, die mit den uns bekannten Originalen nichts gemein haben, aber fantastisch schmecken. Gleiches gilt für Pizza, die zwar vor Fett trieft, aber sonst absolut das Zeug für den Suchtmittelkatalog hat. Unsere Rangfolge für das Essen in Kuba ist: Platz 1 für die Küche der Casa Particular, Platz 2 für privates Fastfood, Platz 3 für die Küche der Paladares und mit großem Abstand kommen dann die stattlichen Restaurants. Die Paladares haben eigentlich den zweiten Platz verdient, aber der Überraschungseffekt und die Tatsache, dass man meist eine schnelle Zwischenmahlzeit möchte, wenn der Hunger danach verlangt, haben mich zu dieser Rangfolge bewegt. Generell halte ich die kubanische Küche für gut bis ausgezeichnet.
    Verkehr in Kuba
    Wir hatten uns aus dem Grund für einen Mietwagen entschieden, dass man dem öffentlichen Verkehr in Kuba nachsagt, dass es ihn defacto nicht gibt. Das stimmt so nicht! Indessen fahren zuverlässig Touristenbusse (Viazul), die zwar auch chinesischen Metall-Vergewaltigungsfabriken entstammen, aber durchaus komfortabel und einigermaßen modern wirken (sind die Achtziger Jahre noch modern?). Die Fahrer dieser Busse gelten als vergleichsweise zivilisiert und unterscheiden sich dadurch im krassen Verhältnis von allen übrigen Verkehrsteilnehmern. Man kann also weitestgehend die gesamte Insel mit diesen Bussen bereisen. Öffentliche Busse (z.B. Astro) oder die Camion, die nicht für den Tourismus vorgesehen sind, sind extrem unzuverlässig, eigentlich immer überfüllt und technisch teilweise in sehr bedenklichem Zustand. Es gibt ebenfalls einen rudimentären Eisenbahnverkehr. Auf der Internetseite Cuba-Individual findet man sehr nützliche Infos zu öffentlichen Verkehrsmitteln.
    Kommen wir mal zum Thema Mietwagen. Das Fahren auf Kuba ist im Prinzip völlig harmlos und aufgrund des sehr geringen Fahrzeugaufkommens auch stressfrei. Sogar durch die Hauptstadt oder durch Santiago mit ihren unzähligen Einbahnstraßen kommt man problemlos. Wegen des schwachen Verkehrs kann man in Seelenruhe zurücksetzen, wenn man mal an einer Straße vorbeigefahren ist. Die Straßen an sich - und die Autobahnen insbesondere - haben es allerdings in sich! Kuba ist stolzer Schlaglochweltmeister und hat diesen Titel durch die Dimensionen dieser Dinger, wie auch durch deren besonders raffinierte Tarnung erworben. Es gibt tatsächlich Autobahnabschnitte, auf denen man 100 km/h fahren darf und kann! Bis zum nächsten Schlagloch, welches einem garantiert die Radaufhängung wegfetzt! Kein Hinweis, kein Schild, keine Vorwarnung - plötzlich tauchen die Dinger auf und das war´s dann!
    Andere Straßen sind dermaßen schlecht, dass man weit vorausschauend fahren muss um überhaupt eine Route durch die teilweise metertiefen Löcher zu finden! Das ist keine Übertreibung, ich habe Beweisfotos davon! Wenn man sich Zeit lässt und vorausschauend fährt, ist das alles nicht wirklich problematisch.
    Anhalter, Wegelagerer
    Es gibt definitiv Wegelagerei auf Kuba. Dass dies professionell geschieht, sieht man u.a. dann, wenn man an mehreren Tagen eine gleiche Stelle passiert und dort die gleichen Personen antrifft, die mitgenommen werden wollen, darauf Hinweisen, dass die Strecke, die man eigentlich fahren wollte, gesperrt ist, eine Autopanne haben etc. Auch gibt es Polizisten, die z.T. mitten auf der Autobahn stehen, Touristenfahrzeuge anhalten und die Fahrer mit erfundenen Bußgeldern abzocken. Diese angeblichen Polizisten tragen uniformähnliche Kleidung, sind jedoch nicht (wie sonst üblich) mit einer Pistole bewaffnet und sie befinden sich auch nicht in Sichtweite eines Polizeiautos. Dafür trifft man sie häufig nach Radaranlagen (die es reichlich gibt!) oder Checkpoints an. Hier gibt es nur eine Empfehlung: Gas geben und irgendwie an diesen Typen vorbeifahren. Wir haben sogar einen "Polizisten", der mitten auf unserer Fahrspur stand, dazu gezwungen, zur Seite zu springen! Wir sind daraufhin weder verfolgt noch verhaftet worden, was für sich spricht. Eine weitere Masche ist z.B. die, dass eine Person (egal ob Mann oder Frau) Fahrer - natürlich nur Touristen - mit der dringenden Bitte um Hilfe anhalten. Der Fahrer soll z.B. einen nicht nennenswerte Umweg zu einem Krankenhaus fahren, wo die Ehefrau eingeliefert wurde oder ähnliche Legenden. Beim Abbiegen um die nächste Ecke fährt man plötzlich über ein Brett mit Nägeln und hat einen Platten. Schnell wird einem Hilfe beim Reifenwechsel angeboten und der Cousin fünften Grades hat zufällig eine Reifenwerkstatt. Der Pneu wir in Windeseile geflickt und dem Touristen eine Rechnung über 100 Dollar präsentiert. Zahlst Du nicht, gibt es das Rad nicht zurück! Ein nagelneuer Reifen kostet übrigens regulär etwa 30-40 Dollar (CUC).
    So leid es uns auch angesichts der Transportprobleme im Lande getan hat, haben wir keine Anhalter mitgenommen und den Wagen während der Fahrt immer verschlossen gehalten. Kamen wir an eine Kreuzung oder in eine Ortschaft und befanden sich dort Personen in auffälliger Weise, so haben wir sogar die Fenster geschlossen. Dass diese Vorsichtsmaßnahmen nicht übertrieben waren haben uns mehrere Touristen, die wir kennengelernt haben, mit ihren Erfahrungen bestätigt.
    Prinzipiell gilt für Kuba das gleiche, was für alle Länder gilt: Eine gesunde Portion Misstrauen und nicht nachlassende Aufmerksamkeit hilft einem dabei, entspannt zu reisen. Mann muss dabei nicht übertreiben - je mehr Reiserfahrung man hat, desto leichter beherrsch man diese Kunst. Kuba ist ergo in keiner Weise gefährlicher oder tückenhafter als irgendein anderes Land, nur eben anders und das sollte man beherzigen!
    Die Frage, ob Kuba eine Reise wert wäre kann ich nicht mit ja beantworten, sondern mit ja unbedingt! Die Insel ist wunderschön, die Architektur und die vielen historischen Städte, die allmählich kunstvoll restauriert werden, beeindruckend und die Menschen freundlich und interessiert (Nicht nur am Geld der Touristen!). Es gibt eine tolle Kneipenkultur, die Musik ist einzigartig und dann gibt es schließlich auch noch die Mojitos!
    Natürlich gibt es erhebliche Mängel, Missstände und eine bankrotte Infrastruktur, wie sollte es auch anders sein, nach so vielen Jahren sozialistischer Wirtschaft und vor allem dem idiotischen Ami-Boykott. Auch gibt es neben den Menschen, die den positiven Eindruck prägen, viele, die genauso dumm und unzivilisiert sind, wie jene, denen man täglich in deutschen U-Bahnen, Lidl-Märkten und Amtsstuben begegnet.

    Gruß
    Andreas
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Mai 2012
  8. sascha

    sascha Jungfuchs

    Registriert seit:
    5. Mai 2012
    Beiträge:
    18
    Super Beitrag!

    Vielen dank dafür!
     
  9. naturefriend

    naturefriend Reisefuchsforum Mod

    Registriert seit:
    1. Januar 2011
    Beiträge:
    1.900
    @Andi:

    Super Info! und dazu noch ganz "frisch".

    Ja mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen und Beachtung mancher Regeln, läuft man halt nicht als wandelnder Geldsack herum, sondern kann den Urlaub genießen.

    lg nf
     
  10. Delicious

    Delicious Jungfuchs

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    Beiträge:
    12
    Danke Andreas für die vielen Informationen. Insbesondere den Punkt mit der Wegelagerei finde ich wichtig. Ein Bekannter von mir hat da schon Böses erlebt. Ich hatte vor zwei Jahren, als ich relativ uninformiert nach Kuba geflogen bin, Gott sei Dank nur positive Erfahrungen.

    Gruß
    Delicious
     
  11. Theo

    Theo Welpe

    Registriert seit:
    26. September 2012
    Beiträge:
    1
    Hallo, vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Wir planen schon seit längerem einen Kuba-Urlaub zu machen, weil wir inzwischen oft genug in der Dominikanischen Republik waren. Speziell die Tipps mit den Anhaltern und den falschen Polizisten sind für uns sehr hilfreich, da wir mit dem Mietwagen ein wenig durch Land fahren wollen. Außerdem ist es beruhigend zu wissen, dass man in Kuba doch gut essen kann :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Oktober 2012

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